Folge 11: Unternehmerische Verantwortung in der Vertrauenskrise
Shownotes
🎙️ Talking Democracy | Zu Gast: Jasmin Arbabian-Vogel Moderation: Julia Kropf
Was hat die Krise der Demokratie mit dem Alltag eines Pflegeunternehmens zu tun? Für Jasmin Arbabian-Vogel ist das keine abstrakte Frage. Die Unternehmerin, Präsidentin a.D. des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) und Honorarkonsulin für das Königreich Schweden in Niedersachen, hat 1996 einen interkulturell ausgerichteten Pflegedienst gegründet. Sie erlebt unmittelbar, wie politische Entscheidungen, staatliche Strukturen und gesellschaftliche Spannungen den Alltag von Unternehmen und Beschäftigten prägen. Im Gespräch mit Talking Democracy beschreibt sie, was passiert, wenn Menschen das Gefühl haben, dass Politik ihre Lebenswirklichkeit nicht mehr versteht. Und warum Unternehmen gerade jetzt Verantwortung übernehmen müssen: als Orte, an denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und demokratische Werte gelebt werden.
Jasmin Arbabian-Vogel sagt: „Ich kann mir Neutralität nicht leisten“ und vertritt damit eine klare Position: Unternehmen dürfen sich nicht aus politischen Fragen heraushalten. Sie können Orte sein, an denen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Überzeugungen zusammenkommen und demokratische Werte im Alltag erleben. Unternehmerinnen und Unternehmer müssen Streit aushalten, Vielfalt ermöglichen und Vertrauen stärken — ohne missionarischen Eifer.
Demokratie ist nicht abstrakt, sondern zeigt sich im Alltag. Sie braucht handlungsfähige Politik, verlässliche Strukturen und Unternehmen, die Haltung zeigen. Und sie braucht — wie Jacinda Ardern, die ehemalige neuseeländische Premierministerin, es formuliert — konkrete Lösungen, getragen von „Freundlichkeit und Empathie“.
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00:00:00: Wenn wir in Problemstaateile gehen und sehen, wie dort Dinge verwahrlosen.
00:00:05: Dann liegt das nicht daran, weil die Leute, die dort leben alle doof sind.
00:00:08: Die sind nicht doof!
00:00:09: Sondern es liegt auch unter anderem daran, Weil sie sich nicht als Teil von etwas fühlen.
00:00:15: Weil Sie keine Verbundenheit zu dem Ort haben Und dass ist das was Gesellschaft eigentlich ausmacht und da müssen wir wieder hin.
00:00:31: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Talking Democracy, dem Podcast vom Bürgernetzwerk.
00:00:38: Ich freue mich heute wieder über einen ganz tollen Gast eine Gästin ist es diesmal und zwar Jasmin Ababian Vogel.
00:00:45: Jasmin erst mal hallo herzlich willkommen.
00:00:47: schön dass du da bist.
00:00:48: Vielen Dank liebe Julia.
00:00:50: ich freue mich.
00:00:50: Du hast eine ganz spannende Vita, wie ich finde.
00:00:54: Ursprünglich hast du mal Politikwissenschaften studiert und bist Politologin und hast vor – Ich habe es gerade einmal ausgerechnet –, das ist schon dreißig Jahre her ein interkulturell ausgerichteten Pflegedienst gegründet?
00:01:08: Was finde ich von wenn man jetzt mal so überlegt, dreizig Jahre zurück war das was echt Innovatives glaube ich?
00:01:14: Kannst vielleicht gleich nochmal kurz etwas zu sagen!
00:01:18: politisch aktiv.
00:01:19: Du warst über mehrere Jahre bis vor zwei Jahren, glaube ich Präsidentin des Verbands Deutscher Unternehmerinnen und eine Sache ist ja auch noch ganz spannend du bist Honorarkonsulin für das Königreich Schweden in Niedersachsen.
00:01:31: Das sind alles total spannende und aufregende Sachen die vor allen Dingen in der Kombination toll sind.
00:01:36: Jasmin vielleicht so am Anfang mal was ist so dein Kompass bei all dem.
00:01:42: Wo würdest du sagen, gibt es zwischen all diesen Aspekten und Perspektiven mit denen Du auf Gesellschaft guckst?
00:01:49: Wo ist da für Dich das Verbindende und der rote Faden?
00:01:53: Ich
00:01:53: glaube die Rote Fade in allen diesen Dingen und Punkten wie Du genannt hast, ist immer die Betonung des Sozialen.
00:02:00: was Du vergessen hast zu erwähnen ich bin ja auch Sozialdemokratin und das soll jetzt hier kein... Das wusste
00:02:07: ich nicht!
00:02:08: Ja ja das ist so
00:02:11: Und
00:02:11: ich werd ja oft genug gefragt, Mensch du bist auch gleichzeitig Unternehmerin.
00:02:14: Das passt ja irgendwie nicht zusammen.
00:02:16: Also damit haben wir schon eigentlich zwei rote Fäden.
00:02:19: der eine rote Farbe ist dass sich immer zwischen den Stühlen gesessen habe.
00:02:24: Ich bin ja im Iran aufgewachsen in Deutschland dann aber letztendlich heimisch geworden meine zweite Heimat und irgendwie sind sich immer Zwischen den stühlen Nicht ganz mehr iranisch aber auch nicht ganz mehr deutsch irgendwie so ne Mischung.
00:02:39: Und als Unternehmerin bin ich zwar mit Leidenschaft dabei, aber auf der anderen Seite bin ich eben auch Sozialdemokratin.
00:02:47: Also auch da sitze ich wieder zwischen den Stühlen und dann als Frau in der Wirtschaft eine klare Männerdomäne, auch da wieder irgendwie so zwischen den stühlen... Inbetween!
00:02:59: Ich glaube das ist der eine rote Faden nämlich dieses Zwischen den Stülen zu sitzen was sich übrigens gar nicht nachteilig finde, sondern ich finde das manchmal auch interessant zwischen den Stühlen zu sitzen.
00:03:10: und der andere Rotofaden ist wie erwähnt die Betonung des Sozialen.
00:03:14: Wenn man aus einem Land wie dem Iran kommt in dem die soziale Ungleichheit nochmal eine vollkommen andere Dimension hat andere Konsequenzen hat, dann ist das etwas was einen prägt.
00:03:30: Das Leben lang.
00:03:31: und so ist quasi der andere große rote Fahren, der sich bei mir auch so hindurchzieht und ich habe übrigens nicht nur Politologie sondern auch Sozialpsychologie studiert da ist es wieder dieses soziale und das ist glaube ich die Klammer um alles herum.
00:03:47: Ich wusste das wirklich nicht, dass du Sozialdemokratin bist.
00:03:49: Weil ich hab jetzt habe ich das richtig gelesen, dass Du in den Wirtschaftsgrad bei den Grünen berufen wurdest also auch wieder
00:03:58: zwischen den Stühlen und zwar für mich, dass die Grünen das extrem clever machen und extrem gut.
00:04:04: Also im Laufe der Jahre muss ich sagen, es sind natürlich auch grüne Positionen zu meinen Positionen geworden.
00:04:09: Der Kampf gegen den Klimawandel ist übrigens gar nicht typisch Grünes sondern aus meiner Sicht etwas was die Vernunft eigentlich gebietet und insofern...
00:04:21: Eigentlich?
00:04:22: Eigentlich genau!
00:04:23: Und ja schade dass viele andere Parteien sagen wollen nichts mitzutun haben oder das ist nicht so unser Fokusthema weil ich finde there is no planet B. Das ist quasi auch eines meiner Themen gewonnen.
00:04:34: Aber die Grünen machen das insofern clever, weil sie sagen wir wollen die Expertise haben und es geht nicht um Personen und auch nicht um Parteibücher und Richtungen
00:04:45: usw.,
00:04:45: sondern wir wollen Diversität in unserem Beirat haben, weil wir darauf angewiesen sind dass wir einfach wissen Leute was ist da draußen los?
00:04:54: Und da sitzen auch Leute im diesem Beirats die komplett unverdächtigt sind jemals in ihrem Leben grün zu wählen.
00:05:01: Aber die sitzen trotzdem da, weil sie für die Grünen einfach wichtig sind.
00:05:07: In dem Sinne dass sie ihre Expertise einbringen und
00:05:10: eine Meinungsvielfalt
00:05:11: repräsentieren, die wichtig ist für Akteure im politischen Feld.
00:05:16: Bei
00:05:16: allem was du machst sieht man das du dich sehr politisch auch eben als Unternehmerin, als Mensch auch engagierst und dass du auch durchaus dich öffentlich engagierest und positionierst.
00:05:28: also Es gibt ja, ich denke mal sehr viele Unternehmerinnen und Unternehmer die sagen so naja.
00:05:34: Ich bin hier verantwortlich dass es das mein Unternehmen läuft und dass ich die Wirtschaft unterstütze Und alles andere müssen die Leute die bei mir arbeiten selber wissen.
00:05:42: du bist jemand die sagt So dass du deine Mitarbeiterin, deine Mitarbeiter ausdrücklich aufrufst zum Beispiel an der Wahl teilzunehmen und dich in dem Zusammenhang auch aktiv und danke an dieser Stelle gegen die AfD positionierst.
00:05:59: Da würden manche deiner Kollegin sage ich jetzt mal sicherlich sagen oh Jasmin das geht mir aber ein bisschen zu weit.
00:06:05: Das würde ich als Unternehmerinnen nicht tun.
00:06:08: Wie kriegst du das zusammen für Dich?
00:06:10: Warum hast Du Dich dazu entschieden das so zu machen?
00:06:13: Und wie funktioniert es auch?
00:06:16: Wie kommt das an?
00:06:17: Also wie ist die Resonanz im Unternehmen?
00:06:19: Nun muss man dazu sagen, dass Unternehmen von dem wir jetzt gerade sprechen.
00:06:24: Ich habe ja vier Unternehmen und der interkulturelle Sozialdienst quasi das Unternehmen was ich in九zehundertsechzehnundneunzig gegründet habe.
00:06:31: Der erste Pflegedienst, ich sage mal der große Pflege-Dienst in Anfangstrichen Ist ein interkultureller Betrieb.
00:06:38: Das heißt dieses Thema Interkulturalität Die Versorgung von Menschen Mit Zuwanderungsgeschichte, durch Menschen mit Zuwarnungsgeschichten ist quasi die DNA unseres Betriebes und da bleibt es
00:06:51: quasi
00:06:54: eine logische Konsequenz daraus.
00:06:56: Das Thema gesellschaftliches Klima, Demokratie
00:07:00: usw.,
00:07:01: eine große tragende Rolle spielt übrigens von an Beginn an Und insofern war das eigentlich nur logisch, dass mit dem Erstärken der rechten Kräfte hier in Deutschland irgendwann die Einsicht gewachsen ist bei mir.
00:07:17: Ich kann es einfach nicht trennen.
00:07:18: Also ich kann nicht auf der einen Seite sagen wir sind ein interkultureller Betrieb aber mir ist das vollkommen wurscht wie dieses Land in der Frage der Migration und des Umgangs mit der Migraation sich aufstellt in den nächsten Jahren?
00:07:29: Das eine hat die im Grunde genommen ganz klar einen Zusammenhang mit dem, was ich tue.
00:07:37: Und das kann mir einfach nicht egal sein.
00:07:39: so hinzukommt dass Ich wie bereits erwähnt im Iran aufgewachsen bin und ich glaube dass wir und damit ich nehme mich da selber nicht aus Wir alle viel zu lange bestimmte Dinge in diesem land als selbstverständlich wahrgenommen haben Die Möglichkeit wählen zu gehen die möglichkeit überhaupt eine wahl zwischen unterschiedlichen aktörInnen zu haben unterschiedliche Positionen der Parteien, unterschiedliche Parteien an sich und so weiter.
00:08:08: Das ist ein absolutes Privileg!
00:08:10: Und das klingt zwar mal gut und wenn du das sagst in der Öffentlichkeit nicken auch immer alle aber ich glaube dass es nicht tief in uns verankert.
00:08:19: Und das ist schade, weil es das entfiehlen anderen Ländern auf dieser Welt nicht gibt.
00:08:24: Wenn es im Iran Wahlen gibt dann hast du die Wahl zwischen einer Partei und deren Kandidaten.
00:08:30: Und wenn du nicht zur Wahl gehst, kannst du nicht studieren, du kannst keinen Kredit bekommen, du kannst so vieles eigentlich eine absolute Errungenschaft und ein Privileg, dass wir hier wählen dürfen.
00:08:46: Und das wir ja die überhaupt, die eine demokratische Wahl haben.
00:08:50: so und insofern um das zu erhalten glaube ich müssen wir viel stärker uns dessen bewusst sein und uns viel stärkere auch für diese unsere Demokratie einsetzen.
00:09:03: Das ist mit eines der Gründe, warum ich irgendwann gesagt habe.
00:09:06: Ich kann mir das neutral sein überhaupt nicht mehr leisten.
00:09:09: Hier geht es um was in diesem Land und du hast ja auch gefragt wie das eigentlich bei den Mitarbeitenden ankommt?
00:09:17: Dass hier immer die Sorge von Menschen, die unternehmerisch tätig sind dass sie sagen Wie kommt's bei meiner Belegschaft an nachher sind die sauer oder die sehen das als eine ungerechtfertigte Beeinflussung und so weiter.
00:09:31: Nein, das ist bei meinen Mitarbeitenden nicht der Fall.
00:09:34: Also sie begrüßen es weitestgehend und ich kann dir sagen auch in einem interkulturellen Betrieb haben wir übrigens Mitarbeiter die Fragen wie Migration usw.
00:09:45: skeptisch gegenüberstehen.
00:09:46: also Es ist nichts so dass wir hier nur viele Freude Eierpupen haben und alle haben sich lieb.
00:09:49: Das ist nicht der fall.
00:09:52: Aber sommer sommerum sind die mitarbeitenden dankbar Dass ich mich so positioniere und dass ich sage Nimmt dieses Wahl von dem Wahlrecht Gebrauch, macht davon Gebraucht und wählt demokratisch.
00:10:06: Ganz klar ist, ob ihr gelb grün schwarz oder rot wählt Hauptsache demokratisch so.
00:10:13: Also eben gerade gesagt, dass jeder Unternehmerin jede Unternehmer hat Angst vor was sagen eigentlich meine Beschäftigten?
00:10:19: kam mir gerade sehr die Analogie zu, ich meine unsere Politikerinnen und Politiker haben auch Angst was ihre Bürgerinnen und Bürgersagen.
00:10:27: Also deswegen positionieren sie sich mal dort.
00:10:30: Deswegen ist es auch manchmal einfach so schwierig grade irgendwie klare Aussagen vielleicht zu bekommen weil man sich vielleicht auch ein bisschen drückt um bestimmte Entscheidungen die vielleicht nicht unbedingt auf Wohlgefallen stoßen.
00:10:42: aber was bei dir raushöre ist ja dass du dass du erklärst, warum du dieser und jener Position bist.
00:10:54: Aber weil du es auch lebst!
00:10:56: Also was mir auffällt ist das viele Politikerinnen und Politiker ja gerade auch gerade ja.
00:11:02: wir müssen nur mehr erklären und dann werden die Leute schon verstehen.
00:11:05: und ich glaube da fehlt ein ganz entscheidender Punkt Du jetzt irgendwie so, du lebst das.
00:11:13: Du erklärst nicht irgendwas theoretisches sondern du lebst das was wofür du stehst?
00:11:21: Ist das ein Punkt den du bewusst?
00:11:23: ist es einfach so oder ist das etwas was dir sozusagen auch selber zum Maxime genommen hast?
00:11:31: Also ich bin... mir sicher, dass meine Sozialisation vor allen Dingen meine iranische Sozialisation dann eine große Rolle spielt.
00:11:40: Also ein großes Vorbild für mich sind meine Eltern jeder jede Für sich.
00:11:45: also meine Mutter hat ne andere Bedeutung mit meinem Vater aber mein Vater Iraner der leider verstorben ist.
00:11:51: also beide Eltern sind leider verstorsen und Mein Vater Hat Unfassbar feste Prinzipien gehabt und von diesen Prinzipien Ist er nicht abgerückt.
00:12:01: also das waren jetzt keine konservativen Prinzipien, immer wenn es heißt mehr Prinzipien treu hat man immer irgendwie so Konservatismus im Blick.
00:12:10: Aber nein mein Vater hat also eines seiner Prinzipien war.
00:12:13: ich muss mir morgens in den Spiegel gucken können und die Person die ich dort sehe das muss die Person sein die ich gerne sein will.
00:12:20: Das ist ein ganz wichtiges Ding für ihn gewesen und er war ein wirklich herzensguter Mensch und konnte keiner Fliege was zu leidet tun.
00:12:27: Ich habe ihn immer dafür selbst bewundert, er hat dafür auch ordentlich Prügel einstecken müssen also im wahrsten Sinne des Wortes in Iran.
00:12:35: und dennoch er war standhaft, er war immer standhaft und das ist etwas was mich stark prägt.
00:12:41: und auf der anderen Seite Julia muss ich sagen mich präght natürlich auch mein Betrieb den ich seit dreißig Jahren hier führe.
00:12:51: Wir haben hundertneunzig Mitarbeitende aus siebzig verschiedenen Ländern.
00:12:56: Das ist etwas, was auch prägt und was mich bestärkt in diesem Weg, weil das Zusammenleben kann funktionieren.
00:13:06: Das funktioniert sogar sehr gut!
00:13:08: Und es ist nicht so dass wir ein konfliktfreier Raum sind und alle Ringelpiezen mit Anfassen machen.
00:13:14: Aber das Zusammenleben in einem diversen Team ist funktioniert hervorragend, aber es gibt auch ein handfestes wirtschaftliches Argument.
00:13:25: Meinetwegen nenne ich es auch neoliberal, aber wir sind als Gesellschaft die gerade schrumpft, demografisch rumpft auf Migration und auf die Menschen, die hierher kommen angewiesen.
00:13:37: Und irgendwo wird das so sichtbar wie in der Pflege – und mein Unternehmen ist natürlich ein Pflegerunternehmen!
00:13:43: Und zu sehen, dass wir das Zusammenarbeiten nicht nur gut funktionieren kann.
00:13:49: Sondern, dass es auch einen Mehrwert hat.
00:13:53: Weil während sie nicht da könnte ich die ganzen Patienten, die wir versorgen gar nicht versorge.
00:13:59: Das ist
00:13:59: etwas was mich natürlich auch prägt.
00:14:01: also es ist das eine Seite das wofür man Herz brennt Diversität und das andere natürlich.
00:14:10: Ohne funktioniert es gar nicht, also handfeste wirtschaftliche Gründe für dieses
00:14:15: Konzert.
00:14:21: Bisher im Pflegesektor tätig das ist jetzt schon bekannt und das ist ja schon auch ein besonderer Bereich.
00:14:28: Also das ist ein Bereich der sehr stark auf staatliche Handeln sozusagen reagieren muss und davon auch abhängig ist.
00:14:42: Das heißt, du bekommst sozusagen natürlich diese ganze Diskussion um Sozialstaat die betreffen euch als Unternehmen einerseits direkt und unmittelbar als auch natürlich eure Kundinnen und Kunden, eure Patientinnen Patienten.
00:14:58: Du bist ja hier an seiner sehr entscheidenden Stitztelle als Arbeitgeberin Arbeitgeberin für Menschen mit sehr unterschiedlichen Biografien, als auch als Dienstleisterin sozusagen für Menschen Mit sehr unterschiedlichem auch sozialen und ja sozialen Herkünften.
00:15:17: Was kriegst du?
00:15:18: Was kommt bei dir an?
00:15:20: Also ich habe so das Gefühl, dass ist auch ein bisschen so ein Seismograph für all das was in unserer Gesellschaft passiert.
00:15:26: Dass das bei dir, so stelle ich mir das vor irgendwie sehr unmittelbar auch ankommt aus diversen, aus verschiedenen Richtungen Wie würdest du das beschreiben, was da im Moment bei dir ankommt.
00:15:40: Das ist
00:15:41: die Frage der Fragen eigentlich, die Frage nach dem Zustand unserer Gesellschaft weil meine Belegschaft ist ja wie du es schon gesagt hast irgendwie auch ein Spiegelbild dieser Gesellschaft.
00:15:51: und was kommt bei uns an?
00:15:53: Also ich glaube Wir leben in Situationen oder Zeiten, wo wir viele Widersprüchlichkeiten aushalten müssen.
00:16:12: die Kinder, die du und ich nicht geboren haben.
00:16:14: Die werden in zehn Jahren auch nicht die Ausbildung in meine Betrieb übernehmen.
00:16:17: also all das ist bekannt.
00:16:18: aber auf der anderen Seite sagen wir auch wir wollen die Migration als Beispiel begrenzen.
00:16:23: Das ist eine der großen Schizophrenien.
00:16:25: Ich glaube dass die Gesellschaft weiß ohne wird es nicht gehen.
00:16:28: Aber eigentlich will man's auch nicht weil man Der Meinung ist es reicht Wir haben eine zu große Überfremdung und so weiter.
00:16:36: So das ist das eine des.
00:16:37: die andere Schizophrenie ist dass wir Politisch gesehen in den letzten Jahren sind Eingriffe vorgenommen worden.
00:16:46: Ich bringe mal das Beispiel Tariftreue in der Pflege, womit politisch der Wille verbunden war dass die Löhne steigen.
00:16:54: da gibt es Konsens in Deutschland.
00:16:56: also alle Nicken pflegekräfte waren schlecht bezahlt.
00:16:58: sollten besser bezahlt werden hat man ein System eingeführt und jetzt werden alle gut bezahlt Sieht man, oh Gott dadurch steigen ja die Preise.
00:17:06: Die zweite Schizophrenie kann ich auf einmal meine Pflege nicht mehr bezahlen?
00:17:11: das Heil wird immer teurer.
00:17:13: Das sind Auswirkungen der Tariftreue sozusagen.
00:17:15: Also diese Schizofrenien oder diese Widersprüchlichkeiten prasseln im Moment in einer hohen Schnelligkeit auf.
00:17:23: die Menschen ein Unternehmen können kaum Luft holen, Menschen da draußen sagen oh Gott so schnell wie die Mieten steigen kann ich gar nicht.
00:17:32: Mein Einkommen steigt ja nicht.
00:17:34: equivalent auch das ist wiederum eine dieser Schizophrenien oder Widersprüchlichkeiten dass man sagt Wir wollen Neubau, bessere energetische Sanierung.
00:17:43: Weil dadurch sinken ja die Energiekosten und so weiter.
00:17:47: Aber dummerweise werden dadurch die Mieten in Höhen katapultiert, die sich kein Schwein mehr leisten kann.
00:17:53: Also auch da haben wir wieder eine Widersprüchlichkeit.
00:17:55: alle wollen... dass der Klimawandel nicht dem Einhalt geboten wird, dass die Energiekosten vernünftig bleiben und so weiter.
00:18:06: Aber das hat Auswirkungen auch auf Wohnen, auf Bezahlbarkeit.
00:18:11: Das sind diese schizofreden Situationen.
00:18:13: Jetzt komme ich zur Beantwortung deiner Frage.
00:18:17: Wir nehmen wahr, Zeiten, in Zeiten von Veränderung und in Zeiten wo Dinge nicht mehr so eindeutig sind.
00:18:25: Sondern wo Dinge immer eine positive und eine negative Seite gleichermaßen haben.
00:18:31: also die Widersprüchlichkeit das solchen Momenten eine große Unsicherheit einzieht bei den Menschen aber auch bei meinen Mitarbeitenden.
00:18:40: sie verunsichert sich Und was ich wahrnehme ist dass Menschen darüber nachdenken Was es eigentlich gerecht Und wir sind Gott sei Dank eine Gesellschaft, die eine hohe Sensibilität hat für Gerechtigkeitsfragen.
00:18:56: Auch das ist eines der Errungenschaften dieses Landes.
00:18:59: Also ich liebe Deutschland und Deutschland ist geprägt von den historischen Entwicklungen, die nicht immer gut waren – das wissen wir!
00:19:08: Aber
00:19:09: es mündete in einer Gesellschaft, wie für Fragen der Gerechtigkeit ausgesprochen sensibel ist Und ich nehme innerhalb meiner Belegschaft und auch bei den Patienten, die wir haben fest.
00:19:21: Ich nehme wahr, dass dieses Thema der Gerechtigkeit ein großes Thema wird.
00:19:29: Und ich glaube das unsere Politik gut daran täte konjunktiv tätig weil es im Moment aus meiner Sicht nicht ausreichend macht.
00:19:38: Die Frage der Gerichtigkeit wieder ein bisschen ins Zentrum zu stellen.
00:19:44: politischen Diskussion, weil ich glaube dass die Mainstream Parteien oder die etablierten Parteien eigentlich im Moment sich schwer tun mit diesem Begriff.
00:19:55: und der Frage braucht dieser Begriff ein Update?
00:20:00: Ich würde sagen stand heute unbedingt.
00:20:03: Weil das was in den fünftiger Jahren gerecht war Das ist heute nicht mehr.
00:20:08: also da merken die Menschen da passt etwas nicht.
00:20:11: Ein gutes Beispiel ist dieses Beispiel Pflege.
00:20:15: Pflegefersicherung eine große Errungenschaft, aber wir sehen sie kommt an ihre Grenzen und ich nehme wahr dass die Menschen offen sind für Reformen innerhalb der Pflegeversicherung und auch offen sind Für die Frage was wäre eigentlich gerecht?
00:20:28: Wenn wir nicht mehr genug haben zum Verteilen dann lass uns doch verteilen die das am meisten benötigen, weil sie es nicht aus eigener Kraft stemmen können und lass uns doch die stärker in die Pflicht nehmen, die das noch stemmen kann.
00:20:44: Und bei diesem Diskussion da macht die Politik im Moment keine gute Figur, weil sich nach wie vor Energieskanne festhält.
00:20:51: Aus meiner Sicht wir sehen das beim Tankrabatt usw.. Das ist
00:20:56: sozusagen dein Blick auf, wo Politik ansetzen müsste.
00:21:02: Also dieses Thema Gerechtigkeit neu zu denken.
00:21:05: Du hast vorhin auch gesagt dass wir als Gesellschaft auch vieles für selbstverständlich halten was einfach vielleicht auch in den Zeiten in dem wir leben wo wir einfach mit massiven Klimawandel geopolitischen Konflikten, die keiner sich vielleicht so mehr hätte vorstellen können konfrontiert sind.
00:21:26: Wo nicht alles so weitergehen kann wie wir das vielleicht gewohnt sind oder auch gehofft haben?
00:21:32: Also es ist natürlich immer alle sagen oder viele sagen dann ja wir nehmen das alles zu selbstverständlich.
00:21:37: aber es sind natürlich auch wenn man jetzt mal du hast Sozialpsychologie auch studiert also es sind Natürlich auch Wenn Man Jetzt Mal Sich Das sozusagen Auch Ein bisschen sozial psychologisch anguckt Ganz Viele zerstörte Hoffnungen Die Natürlich auch Also selbstverständlichkeiten platzen, das klingt immer so ein bisschen negativ.
00:21:57: So ist es sicherlich auch und das stimmt sicherlich.
00:21:59: aber damit verbunden sind ja auch Hoffnungen.
00:22:05: Der Wunsch einfach, dass es friedlich bleibt oder der Wunscht, dass mein Kind dann besser geht als mir.
00:22:10: Oder der Wunscht das ja jeder und jede zu Wohlstand kommen kann.
00:22:18: Der Wunsch genauso die Welt bereisen zu können wie andere auch.
00:22:22: so und da platzen ja auch im Moment ganz viel Hoffnung und ich finde dieses Thema wird irgendwie gar nicht so wirklich thematisiert, weil das auf einer ganz anderen Ebene ansetzt.
00:22:32: Weil da auch ganz viel Enttäuschung sozusagen ja auch über vielleicht Lebensentwürfe oder somit verbunden ist.
00:22:39: Also das fühlen wir jetzt gerade so auch bei deiner Beschreibung ein und dass es ja was zutiefst menschliches?
00:22:44: Ja
00:22:45: absolut!
00:22:47: Ein gutes Beispiel ist.
00:22:49: du hattest ja bei meiner Vorstellung gleich zu Beginn noch mal darauf hingewiesen dass Königreich Schweden hier als Honorarkonsul in Niedersachsen vertrete.
00:23:02: Und ich finde, manchmal lohnt es sich so ein bisschen über den Teller anzugucken und ich finde manches machen manche Länder besser.
00:23:10: Man kann sich ja schon etwas abgucken.
00:23:13: Interessanterweise kennen die Schweden den Mietmarkt, wie wir ihn hier in Deutschland haben?
00:23:19: Gar nicht!
00:23:20: In Schweden gibt es keinen Mietmarkt.
00:23:22: Die Menschen dort haben Eigentum und das liegt nicht daran, weil die alle knackreich sind.
00:23:27: Das sind sie nicht sondern die sind anders organisiert.
00:23:31: Die haben dort also die Regierung sagt liebe Banken euer Job ist den Menschen Kredite zur Verfügung zu stellen usw.
00:23:39: Also da ist es etwas Normales wenn ArbeitnehmerInnen auch mit kleinem Gehalt bei der Bank vorstellig werden, einen Kredit bekommen um eine Immobilie zu erwerben.
00:23:49: So und es gibt dort einen Immobilienmarkt.
00:23:52: also so wie wir, wie du und ich ständig irgendwie umziehen, wenn wir in ne neue Wohnung mieten und weil wir uns vergrößern, Verkleiner oder besser guckuck, so ähnlich ist es dort auch.
00:24:02: nur dass dort eben Wohnungen gehandelt werden als im Eigentum.
00:24:07: Und das finde andere Situation als wir hier in Deutschland.
00:24:13: Und das, was mich geprägt hat... Ich bin ja erst mit achtzehn nach Deutschland gekommen.
00:24:19: Mich hat immer geprägt, dass schon junge Menschen damals gesagt haben ich will eine gute Ausbildung oder ein Studium und dann will ich einen guten Job!
00:24:26: Dann will ich eine Eigentumswohnung oder ein Haus.
00:24:29: Die Leute hier die Jugend hat immer so oft dieses Haus-Auto-Bund hingearbeitet.
00:24:35: Das kenne ich aus dem Iran sogar.
00:24:40: Vielleicht auch das.
00:24:41: Aber dieses Ding Eigentum, das war immer ... Das ist so ein Ziel in Deutschland und wenn du sagst es platzen aktuell Träume, es platzten Lebensentwürfe.
00:24:51: Das ist eines der Lebensentwerfer die komplett geplatzt sind.
00:24:55: also das Thema um es mal mit den Worten unseres Bundeskanzlers zu sagen eigentum isch over gibt's nicht mehr.
00:25:02: Also diese Vorstellung ich erwerbe Eigentums ist unerreichbar geworden Und das finde ich ist etwas, was ganz, ganz problematisch ist.
00:25:13: Wenn wir nicht in Deutschland so wie die Schweden so Programme haben, dass es normal ist, Eigentum zu erwerben sondern wenn die Dinge so sind in Deutschland wie sie nun mal sind dann ist das etwas Hochproblematisches, wenn Menschen das Gefühl haben Ich komme nicht weiter Auch wenn ich den nächsten guten Job mache, es wird nie reichen damit ich immer eine Immobilie anschaffen kann.
00:25:35: Damit ich in den eigenen vier Wänden lebe und das ist wirklich ein Problem.
00:25:40: Also das ist
00:25:41: etwas
00:25:41: was ziemlichifikantes finde ich
00:25:44: Und es geht ja noch weiter, also selbst wenn du keinen Eigentum haben kannst.
00:25:47: Aber selbst dann ist auch Mieten nicht mehr erschwinglich sind.
00:25:50: Also das ist sozusagen Wohnen ist ein Grundrecht und wir schweifen ein bisschen ab aber Wohnen gibt Sicherheit.
00:26:01: Das Zuhause ist sozusagen ja auch der Ort, der Zuflucht so.
00:26:05: Also da bin ich... was man damit assoziiert?
00:26:10: Da will ich sicher sein!
00:26:11: Ich will einen Ort haben an dem ich zu Hause bin und wenn das in Frage steht oder die Frage kann ich mir das überhaupt noch leisten, sodass es für mich ein schönes Zuhaushouse ist und das meine ich jetzt gar nicht im luxuriösen Sinne sondern einfach schön und angenehm.
00:26:27: Da ist es dann natürlich ganz schwierig irgendwie auch noch weitere Veränderungen sozusagen zu verarbeiten, wenn das schon nicht möglich ist.
00:26:36: Also kannst du denn verstehen... Also als jetzt auch wirklich politisch engagierter Mensch und aber eben auch kritischer Mensch, die ja immer zu Streit- und Konflikten bereit ist.
00:26:52: Aber kannst du verstehen dass Menschen das Vertrauen in Politik oder auch in unser demokratisches System verlieren?
00:27:00: Die gute Nachricht Julia ist, dass das so gar nicht stimmt!
00:27:06: Wir neigen dazu diese Begriffe oder diese Sätze so rauszuhauen.
00:27:14: Ich warne davor, weil das ist ein bisschen self-fulfilling prophecy da habe ich immer Angst vor dass man eine Situation herbeireidet.
00:27:21: wir wissen aus Analysen und wir wissen von Umfragen, dass nach wie vor über siebzig Prozent der Menschen in Deutschland der Meinung sind Demokratie is die beste Staatsform.
00:27:33: So es gibt keine bessere.
00:27:35: Also eine Diktatur ist nicht besser als eine Demokratie.
00:27:38: Und all das andere, was es da noch geben könnte, ist auch nicht besser.
00:27:42: Die Demokratie ist eigentlich die Formen, die wir wollen so.
00:27:46: Das ist ein Fund.
00:27:47: über seventy Prozent der Menschen in diesem Land sagen, die Demokratie sei die beste Staatsform.
00:27:52: und Fun Fact?
00:27:54: Die Mehrzahl der Menschen, die aktuell nicht in Deutschland leben aber sehr gerne in Deutschland Leben würden wollen nach Deutschland kommen wegen unserer Staatsform, weil wir demokratisch sind.
00:28:05: Weil wir eine Demokratie haben.
00:28:07: Ich glaube da wo es schwierig wird oder da wo Menschen sagen ich habe das Vertrauen verloren und so.
00:28:12: Das ist nicht der Verlust des Vertrauens ins politische System als solches ist sondern dass Vertrauen unter Umständen in das politische Personal.
00:28:22: Also wir sehen das im Moment sehr stark in der Bewertung der prominentesten Akteurinnen, also dieses Ranking.
00:28:30: Wer ist gerade beliebtester Politiker in der Regierung und so weiter?
00:28:33: Da sehen wir nahezu eine Erosion an Vertrauen und auch eine Ero-Sion an Beliebtheit.
00:28:39: Und das ist vielleicht ein Thema für einen anderen Podcast.
00:28:45: Aber ich glaube stand heute... Die Zustimmung zur Demokratie als Staatsform ist nach wie vor stabil.
00:28:53: Was erodiert, das Vertrauen in die politischen Akteurinnen?
00:29:00: Das ist ein Unterschied.
00:29:01: Ja und was natürlich schonen... Und das ist dann bedenklich einfach die Konsequenzen, die einige daraus ziehen.
00:29:10: Also und das stimmt natürlich schon sehr bedachtdenklich frag mich dann manchmal, ob der Optimismus angebracht ist zu sagen wir müssen nur das richtige tun und Menschen erreichen.
00:29:26: Menschen die sich dann auch dazu entschieden haben bewusst rechtsextremen zu wählen beziehungsweise denen es egal ist, ob es rechtseextremist oder nicht.
00:29:35: also ich finde da ist ja schon so eine Hürde überschritten von der ich mich manchmal frage Wie soll man das wieder zurücknehmen?
00:29:44: Ja, aber das ist wirklich die Aufgabe, die vor uns liegt und ich glaube in der Debatte darum warum es so ist.
00:29:55: der Menschen die AfD wählen.
00:29:57: Man entwegen auch so viel Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt, die als Beispiel den geringsten Anteil an Zugewanderten haben und wo man sich eigentlich nur einen Kopf fasst, weil das Partikulatthema der AfD ist natürlich die Begrenzung der Migrationen.
00:30:10: und ausgerechnet da wo es am wenigsten gibt, da ist der Zulauf zur AfD am höchsten.
00:30:15: also ich glaube, man kann da trifftlich drüber streiten.
00:30:17: aber Ich glaube, in den letzten Jahren haben in den westlichen Gesellschaften und dazu zähle ich die deutsche Gesellschaft genauso.
00:30:26: Entwicklungen eingesetzt, die parallel zu der Migrationsfrage laufen.
00:30:35: viel wichtiger sind in der Frage, warum Menschen so ticken wie sie gerade tippen und das ist eigentlich das was uns zu denken geben müsste.
00:30:43: Also gebe es ein Einsamkeitsbarometer, der würde mittlerweile alles sprengern.
00:30:49: die Menschen in diesem Land oder auch in den westlichen Gesellschaften werden einsamer.
00:30:54: Der gesellschaftliche Zusammenhalt bröckelt weil weil die eben anonymer werden, weil viele soziale Infrastrukturen wegbrechen.
00:31:06: Mangels Finanzierung und so weiter.
00:31:09: Und das ist hochproblematisch, weil ich glaube dass Menschen dann für sich und auch für andere Verantwortung übernehmen und vielleicht auch ein Stück weit zufrieden nach durchs Leben gehen wenn einfach bestimmte Parameter erfüllt sind.
00:31:25: dazu gehört natürlich als Teil einer Gemeinschaft wahrnehmen und dazu gehört für mich auch, und das ist für mich das A und O. Ich muss eine Verbundenheit im wahrsten Sinne des Wortes haben.
00:31:38: Also eine Verbundenheit zu dem Kiez in dem ich lebe – das ist so elementar wichtig!
00:31:45: Wenn wir ja in Problemstauteile gehen und sehen wie dort Dinge verwahrlosen dann liegt es nicht daran weil die Leute, die dort leben alle doof sind.
00:31:53: Die sind nicht doof sondern das liegt unter anderem daran weil sie sich nicht als Teil von etwas fühlen, weil Sie keine Verbundenheit zu dem Ort haben.
00:32:06: Das ist das was Gesellschaft eigentlich ausmacht und da müssen wir wieder hin.
00:32:12: Und ich finde es gibt immer diese Problembeschreibung, da sollten wir nicht verharren sondern die gute Nachricht ist dass auf der anderen Seite noch nie gesellschaftliches Engagement so groß war wie heute.
00:32:24: also Wir haben eine Gesellschaft die so viel Potenzial hat und auch breit ist, sich einbringt.
00:32:30: Ich glaube wir müssen das nur vielleicht wieder stärker highlighten.
00:32:37: Und ich würde mir auch manchmal wünschen dass wir eine Politik haben, die das stärker betont und auch dankbarer ist für die Menschen, die sich so engagieren.
00:32:53: eine Statistik gesehen, wo es darum geht.
00:32:57: Es ist ja auch immer die Frage dass die Deutschen weniger spenden im Zeitverlauf sozusagen.
00:33:02: also das ist natürlich jetzt ein Teil nur von Engagement was du jetzt meinst aber es ist auch ein Teil davon und wenn man das auf Parteien runterbricht sozusagen die am wenigsten oder sehr, sehr geringen Anteil an Spenderinnen und Spendern gibt es bei der AfD.
00:33:19: Und da kann man natürlich auch so mit dem... Also spenden tust du wenn du irgendwie Dinge unterstützt die du gut findest wo du dich als Teil von etwas fühlst wo du auch eine positive Resonanz vielleicht für dich selber spürst dass du irgendwie unterstützt und das ist natürlich schon auch bedenklich einfach an diesem Punkt anzusetzen zu sagen Weil es ist ja nicht so, dass die Wählerinnen und Wähler der AfD jetzt, das ist den wirtschaftlich besonders schlecht ginge.
00:33:46: So ist es ja nicht.
00:33:46: also... Und das ist natürlich auch eine Frage.
00:33:49: Wir reden ja ganz vielen Punkten gerade über so die Frage wie sehr fühlen wir uns dem Land in dem wir leben irgendwie auch verbunden und auch den Grundfesten verbunden?
00:34:00: Da würde ich ganz gerne nochmal auch auf deine Rolle als Unternehmerin noch mal zurückkommen.
00:34:06: Es gab vor einiger Zeit eine ganz interessante Studie von der Bertelsmann Stiftung, die eben gerade auch festgestellt hat dass Unternehmen in dieser Zeit wo sie wirtschaftlich unter Druck stehen einerseits aber wo es eben auch ein politisches Umfeld gibt wo eben ja diesen Vertrauensverlust auch in Demokratie gibt also Unternehmen auch stärker so in den Fokus rücken nämlich Ja, als vielleicht sogar als Lernorte für Demokratie.
00:34:32: Kannst du dich mit dieser Beschreibung, kannst du dich da identifizieren?
00:34:36: Also man kann dadurch aus ambivalenter Haltung finde ich zu haben so das Unternehmen als Lerner Ort für Demokraties zu sehen.
00:34:44: Ich kann mir der unterschiedliche Reaktion darauf vorstellen.
00:34:47: wie kommt es bei dir an wenn du sowas hörst und dein Unternehmen als lernort für demokratie?
00:34:52: also ich weiß von welcher Studie der Berndsmann Stiftung du sprichst.
00:34:58: Es gibt übrigens einen interessanten anderen Befund oder ein anderes interessantes Ergebnis aus dieser Studie, nämlich dass das Vertrauen der Menschen in die Wirtschaft und in die Unternehmern, in denen sie arbeiten enorm hoch ist.
00:35:13: Das ist doch eine gute Nachricht!
00:35:15: Also die Menschen mit schlechten Nachrichten misstrauen den Politikerinnen aber Sie haben ein sehr hohes Vertrauen in die Unternehmen in den Unternehmen, in denen sie natürlich auch arbeiten.
00:35:26: Und das ist quasi ein bisschen für mich so einen Auftrag an die Unternehmen, das ernst zu dem und sich dessen bewusst zu sein.
00:35:40: Betriebe sind natürlich Lernorte für Demokratie weil es gibt mittlerweile in Deutschland keinen einzigen Betrieb mehr der aus lauter homogenen Menschen besteht, die alle irgendwie eine Herkunft haben.
00:35:56: Eine Sprache sprechen vielleicht noch blond und blauig sind usw.
00:36:01: Diese Vorstellung von Unternehmen existiert nicht.
00:36:05: Unternehmen sind schon viel diverser und viel offener mittlerweile als manche das Unterumstände für möglich halten und beweisen sozusagen immer wieder aufs Neue dass das Zusammenleben von diversen Gruppen wunderbar funktioniert.
00:36:25: Natürlich gibt es Konflikte hier und da, die gibt es übrigens auch in homogenen Teams wenn es die denn eins zu eins gebe, die gibts ja so nicht mehr.
00:36:33: aber Konflikte zum Grundrauschen sozusagen mit dazu und ich finde das Unternehmen jeden Tag aus neuen Beweisen wie gut Dinge funktionieren können Das Zusammenleben von diversen Menschen und Diversität wirklich nicht nur, wir haben ja vor Jahren als wir über Diversitet gesprochen haben.
00:36:52: Haben wir eigentlich immer die Geschlechterdiversität gemeint nämlich Mann-Frau immer eingebettet in die Diskussion.
00:36:58: Wir haben zu wenig Frauen in Führungskräften oder als Führungskräfte usw.
00:37:03: Dieser Begriff der Diversitäts ist mittlerweile Gewichen einer größeren Vorstellung von Diversitäten einer Vorstellung von Diversität, die Merkmale wie Herkunft, Religion, Lebensweise und so weiter mit einschließt.
00:37:17: Insofern unsere Triebe sind schon extrem divers und das ist gut so und es funktioniert.
00:37:23: Also was ich so mit diesem Begriff Lernorte für Demokratie verbunden habe also einfach hab' ich gedacht so es kommen wir ein bisschen theoretisch daher so ne?
00:37:34: Schulungen für was?
00:37:35: weiß ich, weil so klingt das ja erstmal.
00:37:36: Aber ich finde dieses
00:37:38: Lernen
00:37:39: vielleicht auch wieder Konflikte und Streit im positiven Sinne vielleicht anders zu führen und zu zeigen dass wir uns eben nicht alle einig sein müssen und dass wir trotzdem gut an einer Sache zusammenarbeiten können und trotzdem irgendwie sagen können okay also du bist da anderer Meinung als ich.
00:38:00: aber wie regeln irgendwie miteinander und wir packen uns nicht sofort, wie es ja leider unterstützt durch Social Media.
00:38:09: Also immer so fort in Schubladen.
00:38:11: also sagst du das gehörst in die Schublade sagst Du das kommst du für mich in die andere schublade?
00:38:16: Und dass Unternehmen vielleicht dieses Potenzial manchmal auch noch zu wenig ausschöpfen darauf aufmerksam zu machen.
00:38:22: hey guck mal ihr setzt euch Tag für tag hier mit Menschen auseinander.
00:38:28: Mit den einen würdet ihr vielleicht abends noch was essen gehen mit den anderen.
00:38:32: Vielleicht nicht.
00:38:33: und trotzdem lernt ihr voneinander, weil ihr andere Meinungen kennenlernt und euch nicht gleich die Körper reinhaut.
00:38:41: Ich
00:38:41: würde sogar noch ein Schritt weitergehen und sagen unsere Vorstellung von Demokratie ist immer es gibt weiß ich eine Mehrheit und alle anderen sind eben nicht die Mehrheit.
00:38:52: das ist dann die Binderheit logisch quantitativ Und die Mehrheit entscheidet.
00:38:57: Ich würde sogar weitergehen und sagen, Demokratie ist nicht nur das Ergebnis nämlich eine Mehrheitsentscheidung sondern Demokratie is vor allen Dingen auch der Weg den ich vorher gegangen bin bevor es zu einer Entscheidung gekommen ist.
00:39:09: Das ist genau das was du gerade ansprichst!
00:39:11: Ich würd' nicht nur sagen in diesem Weg den man geht im Ringen um die beste Entscheidung im Ringen darum... Was könnte die...?
00:39:20: Was ist denn die Mehrheitsmeinung?
00:39:21: Im Ringen Und Entscheidung geht man gemeinsam einen Weg.
00:39:27: Man hat nicht nur die Chance, während dieses Weges zu lernen, sondern es passiert noch etwas anderes und das ist noch viel wichtiger als das Lernen.
00:39:36: Ich entwickle ein Verständnis dafür warum das so ist?
00:39:39: Warum der andere so tickt?
00:39:41: Ihr muss ja nie mit dem einer Meinung sein aber zu wissen dass er genauso Gründe hat eine andere Sicht zu vertreten, dieses Verständnis zu entwickeln.
00:39:50: Das ist etwas der stärkste Effekt eines demokratischen Prozesses.
00:39:58: und das muss ich sagen sehe hier tagtäglich und wir haben ein paar Prinzipien hier bei uns im Betrieb.
00:40:04: also wir haben natürlich ein paar Leitbilder.
00:40:05: darum soll es jetzt heute nicht gehen.
00:40:07: aber eines meiner liebsten Prinzipien und das ist hoffentlich auch das Prinzip meines Mitarbeiter Ihr müsst euch nicht alle lieb haben.
00:40:16: Ihr dürft übrigens euch auch mal gegenseitig doof finden, wir müssen keine Polonäse miteinander durchs Büro machen aber wir müssen gut miteinander zusammenarbeiten.
00:40:26: und damit das gelingt braucht es ein paar Dinge.
00:40:29: da kommen wir sicherlich noch zu.
00:40:31: Aber eines der Dinge ist eben ich muss ein Verständnis dafür haben warum derjenige so tickt wie er tickt.
00:40:36: Das ist das eine was es dafür brauchen dann brauchst natürlich noch ein paar andere Zutaten.
00:40:41: Wie gesagt, also das ist eines der größten Vorteile demokratischer Prozesse.
00:40:46: Ein Entwickeln von Verständnis!
00:40:48: Der Podcast ist ja auch so eingebettet in dieses Thema.
00:40:51: Bürgerbeteiligung und Bürgernetzwerke... Was denkst du so grundsätzlich darüber?
00:41:00: Also man kann es ja so oder so machen.
00:41:04: Ich habe schon viele Bürger Dialoge auch moderiert, schon vor vielen Jahren.
00:41:12: Also auch gab es so einen großen Kanzler den kanzlerin Dialog.
00:41:17: gut leben in Deutschland.
00:41:18: ich weiß nicht ob du das irgendwie auch was mit zu tun hattest und also dass hat ja unheimlich viele Menschen schon auch mobilisiert wird aber nicht so richtig sichtbar, was mit den Ergebnissen gemacht wird.
00:41:32: Und so ist es ja oft, also dass Menschen beteiligt werden, Bürgerräte dann entscheiden die etwas und dann verpufft das und die Politik sagt so naja das muss ja auch mit der Politik und überhaupt.
00:41:45: Was glaubst du?
00:41:46: So liegt da eine Chance wenn man Bürgerbeteiligung richtig nutzt, dass man auch all das worüber wir jetzt schon gesprochen haben mehr dazu nutzen kann, Vertrauen zu stärken.
00:42:00: Wenn man es richtig macht ist das gut.
00:42:01: oder wie stehst du so zu diesen verschiedenen Formen der Bürgerbeteiligung?
00:42:06: Also absolut!
00:42:07: Vielleicht noch ein Satz zu dem was ich vorher gesagt habe, dass was ich beschrieben habe nämlich dieses Ringeln um die gute Entscheidung und dann das entwickeln von Verständnis usw.. Das gelingt in Unternehmen natürlich super, weil da hast du deine Belegschaften und dann hast du deine Teambesprechungen.
00:42:25: Man diskutiert welchen Weg man geht.
00:42:27: so also das Du hast den Rahmen.
00:42:31: Das, was du gerade dargestellt hast ist schwieriger.
00:42:34: Weil die Frage ist immer welches Format wählen wir dafür?
00:42:36: Und der Bürgerdialog war eine dieser Möglichkeiten.
00:42:40: Deutschland ist keine AG, Deutschland ist kein Unternehmen.
00:42:42: man kann nicht sagen ihr seid jetzt die Belegschaft.
00:42:45: nun machen wir mal so da brauchen es schon andere Formate und dieser Bürger Dialoge war einer der Formate.
00:42:51: ich habe einen einigen Teil genommen.
00:42:54: Es kam immer darauf an, hattest du da mal so ein paar Quirulanten und Störer?
00:42:58: Konnte das auch bei nicht adäquater Moderation schon mal ordentlich nach hinten losgehen.
00:43:03: Aber die Grundprimisse ist doch eine andere.
00:43:07: oder die Grundidee ist doch wie können wir es schaffen dass sich Menschen wahrnehmen als wirksames Teil einer Gesellschaft wo sie auch ich sage mal ganz platt ihren selbst dazugeben dürfen?
00:43:18: weil das ist wichtig.
00:43:19: Ich muss als Mensch das Gefühl haben auf mich kommt es schon an.
00:43:23: Also ich bin nicht nur so ein Wahläumel und darf da mal einen Kreuz machen, sondern ich kann mich auch beteiligen!
00:43:29: Wo kann ich mich denn beteiligt?
00:43:30: Und wenn ich nicht gerade Mitglied einer Partei bin, ich kann verstehen, wenn Leute sagen will ich nicht dann muss es andere Dinge geben.
00:43:37: Ich glaube dass wir in Deutschland mit diesen Bürgerdialogen gute Wege gegangen sind.
00:43:44: die sind aber tricky weil wie bereits erwähnt du musst immer eine Moderation haben Manchmal kriegst du eine Dynamik, die du nicht mehr einfahren kannst und so weiter.
00:43:55: Ich finde es muss niedrigschwelliger sein!
00:43:57: Da bin ich bei meinem Hauptpunkt.
00:43:59: da bin ich jetzt mal ein... Ich glaube, was ich vorhin gesagt habe, dass wir eine einsame Gesellschaft geworden sind.
00:44:06: Wir haben kaum mehr Verbundenheit zu den Orten wo wir leben und so.
00:44:10: Das hat auch damit zu tun das uns Orte abhanden kommen.
00:44:14: Früher hattest du die Dorfkneipe Da hat man sich getroffen nach der Arbeit da hat man ein Feierabend Bier getrunken Und da sind Menschen unterschiedlicher Kohleur miteinander ins Gespräch gekommen.
00:44:26: Ich habe selber eine Stammkneipe, ich hab die jetzt wieder rausgekramt und ich gehe da jetzt wieder einmal im Monat hin, ich muss das öfter machen!
00:44:32: Aber da komme ich mit Leuten ins Gesprich, die ich seit dreißig Jahren nicht mehr gesehen hatte und übrigens, die auch in meinem normalen Dunstkreis nicht mehr sehe.
00:44:41: diese Orte der Begegnung wo Menschen sich in echt begegnen und in echt miteinander sprechen können Die sind so rar geworden und da geht uns gesellschaftlich wirklich was abhanden.
00:44:52: Und das ist gefährlich, die Frage ist wenn wir können jetzt nicht künstlich jede Kneipe am Leben halten müssen wir auch schon klar kneifen müssen funktionieren können so wirtschaftlich aber Wenn wenn uns das aus den Händen entgleitet Was was kommt?
00:45:07: Was könnten wir stattdessen machen?
00:45:08: und ich versuche gerade als Präsidentin für eine Verband der Unternehmerinnen musste ich immer politisch parteipolitisch neutral sein.
00:45:16: Ich habe das amt leider nicht mehr und es war zeitlich befristet.
00:45:19: Aber jetzt muss ich nie mehr parteipolitisch neutral sein,
00:45:22: d.h.,
00:45:22: ich lasse mich auch mal wieder... Und ich rede mir den Mund fuzzelig!
00:45:28: Wir müssen wegkommen von diesem... Es ist Wahlkampf, wir stellen uns an den offenen Marktplatz mit unseren Geschirmen, da steht SPD drauf und verteilen Google-Schreiber.
00:45:36: Das geht nicht mehr das anders machen.
00:45:39: Wir müssen unsere Ortsvereinssitzungen, wieso machen wir die so wie wir sie machen?
00:45:44: Wir müssen die öffnen.
00:45:46: Liebe Bürgermeister!
00:45:48: Rausen
00:45:48: verlegen auf dem Marktplatz.
00:45:49: So verhinstellen alle können mitmachen.
00:45:52: Das ist mühsam, das ist mir schon klar weil dann hast du vielleicht auch mal den Horst von Ume Ecke und der will nur sein Selbst dazu geben.
00:45:58: Das is total mühsamer.
00:46:00: aber da müssen wir wieder hinkommen dass Echte Begegnungen machen, weniger Senden mehr zuhören.
00:46:07: Weil das ist ja eines der Ergebnisse von wenn du Leute fragst die AfD gewählt haben warum willst du AfD dann hören wir immer naja die hören uns ja zu Die anderen Parteien hören uns nicht mehr zu.
00:46:18: Das sollten wir ernst nehmen
00:46:20: Naja, und dieses gemeinsames Erlebenschaften.
00:46:23: Also das schließt natürlich ganz wunderbar an die Podcast-Folge, die glaube ich jetzt gerade aktuell rausgekommen ist.
00:46:30: da habe ich ja mit Reinhard Mantel über genau so diese Orte auch gesprochen und vor Kurzem hat er hier der Wolfgang Schröder, der Politikwissenschaftler auch davon gesprochen.
00:46:40: Man sollte Zehntausend Kneippen in Deutschland öffentlich finanzieren aber es geht ja nicht nur um Kneipen Es sind ja ganz viele Orte also jetzt gerade auch im ländlichen Raum natürlich nochmal mehr ne?
00:46:50: Es gibt den Tante Emmerladen mehr ich nicht mehr!
00:46:52: Es gibt die Sparkasse nicht mehr.
00:46:54: Es gibt zum Teil ja nicht mal mehr Geldautomaten wo du dich treffen könntest.
00:46:58: Es gibt vielleicht auch keine Bänke mehr wo du dich einfach hinsetzen kannst Die sauber sind die irgendwie einladend sind Wo vielleicht dann sich jemand dazusetzt und du mit jemandem sprechen kannst.
00:47:07: Also deswegen werden ja auch so ganz viele Aktien, also diese selbstverständlichen Orte an denen man sich trifft und irgendwie miteinander auseinandersetzen muss ich mein und dann ja die gibt es halt immer weniger.
00:47:20: Diese dritten Orte ist ein Thema mit dem ich mich auch sehr viel beschäftige.
00:47:26: Ich will nochmal wir biegen so ganz langsam wenn die Schlusskurve quasi ein.
00:47:32: und ich würde noch mal gerne auch nochmal du als Unternehmerin.
00:47:37: Du hast es auch gerade gesagt jetzt darfst du endlich wieder so bisschen, wo du nicht mehr das Amt der Präsidentin vom Verband der Unternehmerinnen hast vielleicht andere Sachen raushauen, als du das vorher getan hast.
00:47:50: Aber noch mal so auch als Unternehmerin – wo endet denn für dich die unternehmerische Verantwortung und wo beginnt sozusagen auch für dich?
00:47:57: Also hast du irgendwie eine klare Grenze, wo du sagst da bin ich jetzt politisch, dann bin ich mir auch bewusst dass sich irgendwie politisch Einflussnahme jetzt hier auch habe vielleicht auf meine Beschäftigten auch auf das Umfeld sozusagen des Unternehmens.
00:48:12: also ihr seid ja in Pflegeheimen unterwegs oder wie auch.
00:48:16: also so, da nehme ich jetzt sozusagen habe ich jetzt meine Mast in Anführungsstrichen als Unternehmerin nutze ich auch bewusst für politische Einflussnahme.
00:48:27: Ich sage jetzt mal im positiven Sinne
00:48:29: aber
00:48:30: hast du da irgendwie eine Grenze wo du dich dann irgendwie überprüfst?
00:48:35: Also bis hierhin und nicht weiter.
00:48:36: oder da bin ich mir jetzt bewusst das?
00:48:39: Oder wie ordnest du das für dich?
00:48:41: Ja ist eine schwierige Frage.
00:48:45: zu beantworten.
00:48:46: Wir haben bei uns in der Pflege es gibt ja herausfordernde Situationen, eine der herausfordernden Situation ist Mitarbeiter-Erfahrengewalt.
00:48:56: Du hast einen Demenzkrankenpatienten, der die Mitarbeitenden angreift.
00:49:03: Das ist eine solche herausforderende Situation.
00:49:05: und die andere herausforderne Situation ist die Situation du bist ein Patientin, der als Beispiel extrem rassistisch Das heißt, der haut dann deiner schwarzen Mitarbeiterin gegenüber eine Begrifflichkeit raus die du nicht hören willst und so weiter.
00:49:21: Und da ist immer die Frage wie gehe ich damit um?
00:49:27: Wir haben für uns entschieden... das steht auch in unseren Leitbildern.
00:49:31: deswegen habe ich die Leitbilder auch erwähnt weil so unwichtig sind.
00:49:34: sie nicht also die hängen hier nicht nur an einer Wand sondern die sind uns wichtig.
00:49:37: wir wollen die Menschen wir sind Pflege Wir sind ein Pflegeunternehmen, wir sind kein pädagogisches Unternehmen.
00:49:44: Wir wollen niemanden umerziehen und jeder Mensch hat einen Anrecht auf Blödheit oder auf seinen persönlichen
00:49:51: Rassismus.".
00:49:53: Das darf der!
00:49:54: Der darf meine Mitarbeiterin nicht beleidigen?
00:49:57: Der darf auch nicht handgreiflich werden aber er darf eine doofe Meinung haben.
00:50:02: das ist total okay akzeptiert das.
00:50:04: Und es ist nicht meine Aufgabe, den zu bekehren und zu sagen hier, wenn Sie mal also wir leben jetzt im Jahr zwanzig, dass es nicht mehr so ganz politely, ne?
00:50:13: Wenn sie der schwarzen Mitarbeiterin gegenüber das N-Wort benutzt.
00:50:17: Das ist nicht meiner Aufgabe!
00:50:18: Nicht unsere Aufgabe auch, nicht Aufgabe der Mitarbeitenden.
00:50:21: Wir sprechen mit dem Patient, wir gucken, wenn er einsichtig ist und sagt okay ich lass das mal lieber dann ist es ok aber wir wollen ihn nicht bekehern.
00:50:31: So, das ist eines der Momente wo eine Intervention unsererseits also eine behutsame Intervention natürlich einfach gefragt ist weil ich muss mich ja gegenüber der... Also ich muss auch meine Mitarbeitenden schützen.
00:50:44: Aber die Intervention heißt nicht Ich muss ihn bekehren.
00:50:47: Das tun wir nicht.
00:50:48: Der darf Rassist sein Punkt Und es ist dann meine Entscheidung oder unsere Entscheidung Ob wir ihn weiterversorgen oder ob die Mitarbeiterin weiterhin hinschicken und so weiter.
00:50:59: Und ich kann dir sagen, Julia, wir haben das bisher immer gut gelöst.
00:51:04: Solche Fälle kommen häufig vor.
00:51:06: Das Lustige dabei ist ... Weil es ein gutes Beispiel ist, bleibe ich dabei noch mal.
00:51:12: Wir kriegen häufig von Patienten zu hören, wir wissen in was für einem Betrieb wir gelandet sind, ihr habt alles so interkulturelle Leute aber schicken sie uns bloß keine Ausländer.
00:51:20: Wir sagen dann immer okay?
00:51:22: Gut!
00:51:23: Dann halt nicht, dann kriss halt nicht den ausländischen Kollegen oder Kolleginnen.
00:51:28: So das geht eine Zeit lang gut, dann kommen die Sommerferien Die Hälfte der Belegschaft ist im Urlaub und wenn da einer krank wird Aus der verbliebenen Belegenschaft können wir dieses Versprechen nicht mehr aufrecht halten, dann müssen wir also anrufen, dann rufen wir an und sagen hier Lieber Herr Meyer, Frau Müller jetzt muss mal Ali kommen oder Hatice.
00:51:47: So dann knausa-knausa und will ich eigentlich nicht aber egal lassen wir kommen?
00:51:51: Und nach einer Woche ist es immer so!
00:51:52: Immer, immer, immer... Nach einer Woche rufen die haben gesagt Leute es bleibt dabei keine Ausländer Aber Ali und Hatice dürfen jetzt immer kommen.
00:52:03: Ja also das ist wieder ein gutes Beispiel dafür.
00:52:06: erstens Menschen sind bis ins hohe Alter lernfähig.
00:52:10: Das ist eine gute Nachricht.
00:52:12: Sie überdenken ihre Prinzipien.
00:52:16: Zweitens, wir haben immer dann Ressentiments und Vorurteile, was das gleiche ist gegenüber Dingen die wir nicht kennen.
00:52:25: Und wenn es mal eine Situation gab wo man dann Notgedrungen davon abweichen musste und den Menschen kennengelernt hat
00:52:33: usw.,
00:52:35: hat auch zwei Augen eine Nase denkt ja gar nicht so anders wie ich kann sogar Deutsch wunderbar und macht sogar einen guten Job.
00:52:42: Und schon sind die Vorteile zumindest in Bezug auf diesen einen Menschen dann eben nicht mehr da.
00:52:47: Ich wollte gerade sagen, in Bezug auf diesen einen Menschen was schon total tolle ist.
00:52:50: Was aber vielleicht nicht unbedingt davon abhält sozusagen dann doch auf der anderen Seite wieder eine vereigerte.
00:52:56: Aber du hast natürlich recht ich glaube manchmal Dass man diese vermeintlich klein Dinge dass die natürlich auch zusammen vielleicht etwas größeres machen.
00:53:05: also und wenn viele sozusagen In diesem kleinen vielleicht auch zumindest ein schrittweit umdenken das es im großen vielleicht schon Auch ein größeres Umdenken sein kann.
00:53:17: Ja, also macht da auf jeden Fall grandioser Arbeit.
00:53:23: Also sowieso finde ich in diesem speziellen Bereich der Pflege, also was finde ich einfach Wahnsinn ist für den Erhalt unserer Gesellschaft und für den Kit unserer Gesellschaft.
00:53:35: Und wenn man jetzt auch guckt wie sich unsere Gesellschaft entwickelt, ist das natürlich einer der Bereiche die – auch wenn sie inzwischen besser bezahlt sind aber trotzdem immer noch nicht entsprechend behandelt werden ne?
00:53:45: Weil bezahlen ist es eine, aber behandeln oder Wertschätzen ist das andere.
00:53:51: Also ich find' unbedingt Deckungsgleich.
00:53:55: Du hast mal gesagt und ich glaube sogar, ich war da live dabei, dass du gesagt hast als ... du wolltest es als Kind Bundeskanzlerin werden?
00:54:04: Und bist du ... was weiß nicht wann das ungefähr war weil du sagst jetzt, du bist bis neunzehn nach Deutschland gekommen!
00:54:09: Ich weiß nicht ob du das sozusagen aus der Ferne schon gesagt hast.
00:54:12: Du bist dann Unternehmerin geworden.
00:54:14: also würdest du heute... wo würdest du heute sagen kannst du eigentlich mehr für Vertrauen in Demokratie und Vertrauen in Menschen tun.
00:54:26: Und was erwartest du eigentlich sozusagen jetzt aus deiner Rolle als Unternehmerin, die politisch aktiv ist?
00:54:32: Was erwartesst Du eigentlich also wenn Du einen Wunsch an Politik hättest, was erwartet Du dann eigentlich in dieser Situation oder in dieser gesellschaftlich herausfordernden Zeit, in der wir uns gerade befinden?
00:54:46: Das ist eine total gute Frage!
00:54:48: Wie beantworte ich die?
00:54:50: Mit Bundeskanzlerin vergiss nicht bitte.
00:54:52: Genau, ja ich war zehn und wollte auch mit den Bundeskünstlern werden.
00:54:55: Frau Merkel hat mir das quasi streitig gemacht.
00:54:57: Das bedauert mich aber egal.
00:55:01: Also ich hätte nichts dagegen wenn ich da irgendwann mal in diese Kanzlerbutzer einziehen würde.
00:55:06: Und sie ist nicht so... Sie hat Schröder rumgerüttelt und sagt... Das
00:55:10: mean for president!
00:55:12: Ich würde doch nicht nein sagen.
00:55:15: Aber die andere Frage, die du gestellt hast.
00:55:16: Nämlich, welchen Wunsch habe ich an die Politik?
00:55:18: Ich hab einen Wunsch!
00:55:20: Ja... Ich will mal ein Schritt zurückgehen.
00:55:23: Kannst Du Dich noch erinnern als in Australien es auf einmal eine neue Präsidentin gab?
00:55:29: Jacinda Ardern.
00:55:32: War das nicht Neuseeland?
00:55:33: Neuseeland Entschuldigung.
00:55:35: Neusealand, genau.
00:55:38: Genau.
00:55:40: Neusseeland, korrekt.
00:55:42: Richtig.
00:55:43: Und sie, dass vielen eine Zeit als so viele junge Frauen auf einmal in die Politik strebend sichtbar wurden und so weiter.
00:55:50: Vor allen Dingen in skandinavischen Ländern gab es dann ein paar Präsidentinnen usw.
00:55:57: Bei ihr.
00:55:57: das war ganz interessant.
00:55:58: Sie wurde Ministerpräsidentin von Neuseeland und dann gab es auf einmal einen Hype um sie.
00:56:05: Sie war ja auch interessant, jung
00:56:06: usw.,
00:56:08: frisch kindgekriegt oder während ihrer Präsidentschaft sogar künkt gekriegt, egal.
00:56:12: Jedenfalls gab es damals zu Beginn Ihrer Präsidenschaft ein Interview von, keine Ahnung, New York Times ich weiß es nicht.
00:56:22: und alle dieser großen Time-Magazine bla bla so.
00:56:25: die haben ein großes Interview mit ihr gemacht Und sie gefragt, Menschenfrau Adern.
00:56:31: Sie planen ja in ihrer Regierung das und das zu machen?
00:56:35: Sie haben Bildung auf dem Schirm.
00:56:36: Sie wollen die Pflege anders machen, dies das und jenes.
00:56:39: Also haben quasi Teile Ihrer Programmatik rausgenommen und sie konfrontiert mit der Frage erklären Sie uns wie Sie das machen wollen.
00:56:48: Wie wollen Sie Ihre Programme umsetzen?
00:56:52: in den ersten hundert Tagen so.
00:56:54: Und wenn man dieses Interview gesehen hat, dann dachte man okay sie fängt jetzt an mit dass die ein Team zusammenstellt und dann das er sich eine Zeit gibt von zehn Monaten um das umzusetzen.
00:57:06: Ein Head of irgendwas für sich dafür eben benennt usw.
00:57:12: Hat sie aber nicht!
00:57:13: Sie hat anders geantwortet nämlich auf die Frage wie wollen sie das machen?
00:57:17: Hat sie gesagt mit Keinness & Empathy.
00:57:23: Das ist total überraschend, weil niemand hat damit gerechnet.
00:57:28: Dass die Antwort auf die Frage wie sie ihr Regierungsprogramm umsetzen will lautet mit Freundlichkeit und Empathie.
00:57:38: Und das ist für mich so ein Gänsehauten Moment gewesen und ich finde, ich hatte gerne mehr davon.
00:57:44: Ich würde mir wünschen dass unser Parteipersonal, unser politisches Personal Menschen freundlich ist, dass sie sagen wir sind ein Land.
00:57:58: Wir sind ein gutes Land.
00:58:00: Es gibt so viele Menschen die so gerne hier leben.
00:58:04: Ich habe keinen kleiner Exkurs.
00:58:06: Ich hab in meinem Vater aus dem Iran nach Deutschland geholt.
00:58:10: Nach einem schweren Schlaganfall.
00:58:12: ich war drei Tage wieder im Iran.
00:58:13: Ich war so viele Jahre nicht mehr dort.
00:58:15: Ich kam wieder und Julia hatte... ich erzählte das überall.
00:58:19: jeder weiß das.
00:58:20: Ich hatte, als ich aus dem Flugzeug stieg das Bedürfnis Papst zu spielen und mich in den deutschen Staub zu werfen.
00:58:27: Und den Boden dieses Landes zu küssen dafür dass dieses Land so ist wie es ist rechtsstaatlich bei aller Bürokratie, aber nicht willkürlich.
00:58:38: Also all die guten Dinge, die für uns so selbstverständlich sind.
00:58:41: Die sind für so viele Menschen unerreichbar und es ist ein gutes Leben in diesem Land.
00:58:45: Und ich würde mir wünschen dass unsere unser Parteipersonal ein bisschen mehr.
00:58:51: Jacinda Ardern macht und sagt Wir wollen empathisch sein wir wollen Wir sehen eure Last, wir sehen auch das was ihr leistet, liebe Volk, liebe Mitmenschen und so weiter.
00:59:03: Also diese Freundlichkeit, diese Menschenfreundlichkeit würde ich mir von der Politik wünschen weil sie ist wichtig.
00:59:10: Sie ist das Kitt unserer Gesellschaft.
00:59:18: Wenn du jetzt so gerade auf deinen Alltag als Unternehmerin guckst, sodass jetzt wirklich die allerletzte Frage.
00:59:25: Gibt es da grad so ein Thema wo du weißt?
00:59:28: Oh!
00:59:28: Da brauche ich jetzt auch wirklich sehr viel Freundlichkeit und Empathie um das anzugehen also auch so als Anforderung an sich selber sich daran zu erinnern.
00:59:37: Dann möchte ich gerne freundlich und empathisch sein.
00:59:41: Was gibt's da so ein thema bei dir
00:59:42: grade?
00:59:43: Ja wir haben aktuell ein paar Konflikte hier im Betrieb weil Wir stellen fest, dass das gesellschaftliche Klima draußen bedrauer und das hat Auswirkungen auf das Klima bei uns im Betrieb.
00:59:57: Also immer dann wenn Unsicherheiten wachsen Ängste von Mitarbeitern größer werden usw.
01:00:06: Und sie sich nicht mehr richtig sicher fühlen und Sie auch das Gefühl haben nicht mehr in diesem Land richtig willkommen zu sein Das spiegeln mir viele meiner ausländischen Mitarbeitenden wieder sind wir überhaupt noch willkommen hier.
01:00:19: Also in solchen Zeiten, wo es ordentlich ruckelt in der Kiste stellen wir fest das etwas ganz ungünstiges passiert sowohl da draußen wie auch bei mir im Betrieb.
01:00:27: mein Betrieb ist ein Spiegel von da draußen nämlich dass Menschen anfangen die Konflikte auch innerhalb der Teams mit reinzubringen.
01:00:39: also will sagen Wir haben aktuell den konflikt unsere ukrainischen Mitarbeiterinnen manchmal Schwierigkeiten haben in der Zusammenarbeit mit den syrischen KollegInnen, weil das die beiden Gruppen um dies hier geht.
01:00:54: In Deutschland also die SyrerInnen die Zwei-Tausendfünfzehn gekommen sind und die UkrainerInnen Die Zweitausendzwanzig bis heute gekommen sind.
01:01:03: Die stehen sich manchmal wettbewerblich irgendwie unwünftig gegenüber und sind der Meinung irgendwie da ein Konflikt austragen zu müssen.
01:01:12: Und wir haben diese Situation im Moment in Betrieb, man könnte auch plat ausdrücken innerhalb der migrantischen Community gibt es auch einen Hauen und Stechen also von natürlich
01:01:22: je nachdem
01:01:22: wie man das sieht wer jetzt gerade oben und bei unten ist.
01:01:25: aber Wir haben diese ungünstige wettbewerbliche Situation nicht versucht die Streitchen hier immer an den Tisch zu holen und dass das kostet viel Kraft und viel Energie.
01:01:35: Aber mein anderer Lieblingsspur ist immer, Reibung erzeugt im Idealfall Wärme.
01:01:40: Und das was solche Aushandlungen und solche Konfliktgespräche tatsächlich in der Lage sind manchmal auch zu leisten ist wie erwähnt dass es ein gegenseitiges Verständnis gibt und noch viel wichtiger, dass beide Parteien merken wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt und der muslimische Kollege aus Syrien Denkt gar nicht so, wie ich ukrainische Geflüchtete der Meinung bin.
01:02:06: Der vielleicht denkt so und wenn die sich an einem Tisch mal gesetzt haben und es mal moderiert ausgesprochen haben dann stellt man fest Es gibt gar nicht viel Trennendes.
01:02:15: Wir haben viel mehr Gemeinsamkeiten Und vor allen Dingen haben wir in diesem Betrieb ein gemeinsames Ziel nämlich unseren Job gutzumachen.
01:02:22: Das ist doch im Pfund da kann man noch weitergehen.
01:02:25: das ist super.
01:02:27: was sozusagen als Positives dabei rausfällt, nämlich dass durch diese Reibung, die es gab am Ende auch ein Team gibt, das ein bisschen dichter zusammengerückt ist.
01:02:37: Und wenn man das jetzt auf Gesellschaft überträgt dann sollten wir uns alle auch mal bewusst sein, dass wir sozusagen mehr Gemeinsames haben und das nutzen sollten dafür auch das Gute... Das Gute, was wir in Deutschland haben auch gemeinsam tatsächlich zu schützen.
01:02:55: Weil ich glaube das ist sehr schützenswertes auch wenn es jetzt sehr pathetisch zum Schluss ist.
01:02:59: Jasmin!
01:03:00: Ich bin mir sicher du wirst es mit großer Empathie und Freundlichkeit und aber auch der nötigen... Strenge wirst es machen und das kann ich mir einfach, ja.
01:03:12: Ich finde du bist eine großartige Unternehmerin und auch ein toller Mensch der Gesellschaft einfach so wunderbar mit Macht gestaltet und verändert.
01:03:23: Und ich danke dir ganz herzlich für dieses Gespräch.
01:03:26: Vielen Dank!
01:03:27: Liebe Julia, ich danke Dir für die guten Fragen und für das tolle Gespräch und die gute Moderation.
01:03:34: Danke Dir sehr!
01:03:36: Bis bald Yasmin.
01:03:37: Bis ganz bald, tschüss!
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