Folge 9: Wie gespalten ist unsere Gesellschaft wirklich?
Shownotes
🎙️ Talking Democracy | Zu Gast: Katarina Peranić
Die aktuelle More-in-Common-Forschung zeigt: 85 Prozent der Befragten sagen, dass Deutschland auf dem falschen Weg ist. Und gleichzeitig sagen mehr als 80 Prozent: Ich mag dieses Land und bin froh, hier zu leben. Wie passt das zusammen?
Im Gespräch mit Katarina Peranić, Geschäftsführerin von More in Common Deutschland, geht es um eine Gesellschaft, die unzufrieden ist – aber keineswegs hoffnungslos. Um Menschen, die sich mehr Vertrauen, Veränderung und politische Mitsprache wünschen. Um die Frage, worauf Deutschland eigentlich wartet und wann aus Unzufriedenheit demokratische Gestaltungskraft werden kann.
Wir sprechen über Gerechtigkeit, über die Suche nach einem gemeinsamen Verständnis davon, wer wir als Gesellschaft sein wollen – und über die schwierige Balance zwischen dem, was uns verbindet, und dem, worüber wir leidenschaftlich streiten.
Eine, vielleicht überraschende, Erkenntnis: Unsere Gesellschaft ist weniger gespalten, als es die öffentliche Debatte vermuten lässt. Was uns verbindet, ist häufig größer als das, was uns trennt.
Was daraus für unsere Demokratie folgt, darüber sprechen wir mit Katarina Peranić. Katarina ist Expertin für gesellschaftliches Engagement: Als Gründungsvorständin hat sie die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) aufgebaut. Davor war sie geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Bürgermut.
Transkript anzeigen
00:00:00: Man muss auch die Menschen ernst nehmen, sie sind ja nicht doof.
00:00:02: Den Menschen ist doch durchaus klar dass es Herausforderungen und Probleme gibt das es auch vieles gibt exogene Schocks wofür wir alle nichts können.
00:00:10: aber ehrlich zu kommunizieren und zu sagen um in der Zukunft dieses und jenes umzusetzen oder auch zu bewahren müssen wir folgende Schritte gehen die jetzt schmerzhaft sein können aber dann glaubwürdig darzulegen was das Ergebnis davon ist.
00:00:27: Also nichts, irgendwas versprechen was nicht eingehalten werden kann.
00:00:30: Da reagieren die Menschen sehr allergisch sondern einfach sehr ehrlich die Zukunftskläne darzulegen.
00:00:37: das ist ganz wichtig.
00:00:46: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Talking Democracy dem Podcast vom Bürgernetzwerk.
00:00:52: ich freue mich heute sehr dass ich Katharina Perranic zu Gast habe.
00:00:58: Sie ist seit Februar zwanzig sechsundzwanzig die Geschäftsführer von More and Common, herzlich willkommen Katharina!
00:01:03: Hallo
00:01:05: schön dass ich hier sein darf
00:01:07: ja vielleicht mal so ein bisschen zur Einordnung zu dir und zum More & Common also vielleicht erst einmal zu dir?
00:01:13: Ich hab mir angeguckt was du so gemacht hast oder mich gedacht wenn man so eine Frage da drüber legen kann dann ist das wie können wir wirksam sein?
00:01:21: kann man das beschreiben?
00:01:22: Ja, das trifft es ganz gut aus meiner Sicht tatsächlich.
00:01:25: Das ist ein Thema was mich sehr lang schon beschäftigt vor allem im beruflichen Kontext.
00:01:30: Du warst ja zuletzt jetzt im Vorstand und Geschäftsführer in der Vorstellung von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt also du kommst ja sehr aus der Praxis.
00:01:40: Also da geht's ja sehr konkret darum wie können wir ganz praktisch wirksam werden oder?
00:01:45: Ja, das ist richtig.
00:01:47: Ich habe eine längere Historie im Stiftungswesen in Deutschland und durfte die letzten sechs Jahre die deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt aufbauen.
00:01:55: Das sind Bundesstiftungen, die damals von der Bundesregierung gegründet wurde mit der Idee engagierte Menschen ehrenamtliche in ihrem Tun zu unterstützen – und zwar mit finanziellen Mitteln aber vor allem auch mit Beratung und Vernetzung.
00:02:09: Und der Grund warum es die Stiftungen gab war, dass Politik gesehen hat wie wichtig und welche Rolle engagierte Menschen eigentlich in unserem Land spielen.
00:02:18: Die halten nämlich ganz schön viele Dinge am Laufen und sorgen auch dafür das es uns vor Ort besser geht würde ich sagen und dass wir eben auch Orte haben wo wir einander begegnen können und das führt eigentlich zu einer großen Selbstwirksamkeit und stärkt doch den Zusammenhalt in der Gesellschaft.
00:02:35: und das ist im Prinzip das Thema was mich umtreibt und wofür ich mich gerne ehrenamtlich aber auch hauptberuflich einsetze.
00:02:42: Da ist die Brücke jetzt gar nicht so lang zu morgen kommen, weil da geht es ja auch aus so zografischer Sicht um die Frage was hält uns eigentlich als Gesellschaft zusammen?
00:02:52: Also eigentlich ist das ein bisschen die logische Schlussfolgerung der eine Schritt zum nächsten oder?
00:02:57: Ja finde ich auch.
00:02:59: Ich beschreib's immer so.
00:03:00: Ich bin von einer spitzen Zielgruppe in die Breite gegangen.
00:03:03: also wie meine erste berufliche Station war der Aufbau der Stiftungen Bürgermutter haben wir uns vor allem um Menschen und Organisationen...
00:03:10: Haller Name!
00:03:11: Ja,
00:03:11: und darum ging es auch tatsächlich Mut zu machen, Gesellschaft zu gestalten.
00:03:15: Da ging's ganz stark um Organisationen die man vielleicht auch so Social-Entrepreneure nennen kann also die mit sehr wirksamen Ansätzen versucht haben, Gesellschaft zugestalten gerade im Wandel.
00:03:27: dann bei der Deutsche Stiftung für eine Engagement in Ehrenamtings um das breite Ehrenabend in Deutschland um diese Unterstützung fast achtundzwanzig Millionen Menschen die das tagtäglich tun.
00:03:38: Und jetzt beim More and Common geht der Blick vor allem dahin, was die Menschen in Deutschland denken.
00:03:44: Also noch viel breiter wie blicken... Wie blicken die Bürgerinnen und Bürger im Land auf verschiedenste Themen?
00:03:51: Und wo sind sie sich sehr einig?
00:03:53: und wo gibt es eigentlich auch Risse in der Gesellschaft?
00:03:55: um das zu verstehen und auch so aufzubereiten damit verschiedenster Akteure von Politik über Zivilgesellschaft Wirtschaft aber auch und Medien damit arbeiten können.
00:04:06: dass ist im Prinzip die Zielsetzung von Moran Common.
00:04:09: Also ich bin ja Soziologin und hier habe mich beschäftigt, die Frage was hält uns zusammen als Gesellschaft auch sehr lange schon.
00:04:17: Und deswegen bin ich auch das habe ich dir gerade im Vorgespräch schon gesagt auch großer Fan von Morning Common und euren Studien und Erkenntnissen weil ihr finde ich oft so die er oft einfach gute Fragen stellt und da werden wir jetzt im Gespräch auch noch drauf kommen.
00:04:30: also ihr nährt euch oft mit finde ich echt guten Fragen und zeigt auch so Widersprüche auf.
00:04:37: Bin ich jetzt vielleicht auch schon bei meiner ersten Frage.
00:04:40: Also, ich habe mich versucht so ein bisschen... vielleicht nicht in der Tiefe, aber so ein bisschen mit euren Studien zu beschäftigen und das auch auf unsere aktuellen gesellschaftlichen Fragen natürlich auch irgendwie zu beziehen.
00:04:53: Also ich weiß gar nicht, ihr habt eine Hauptstudie oder warst du noch gar nicht da?
00:04:57: Das waren zwanzig, dreinzwanzig.
00:04:59: Ich weiß jetzt gar nicht ob es ne neue Hauptstudiestudie gibt.
00:05:02: Das konnte ich jetzt gar nie so... das weiß ich jetzt garnicht.
00:05:05: Aber da wurde ein ziemlich düsteres Bild eigentlich gezeichnet von unserer Gesellschaft.
00:05:11: Also Vertrauenswange fehlen das Zutrauen in die Zukunft, eine gespaltene Gesellschaft und Abstiegs- und Zukunftsängste.
00:05:19: Und diese gespaltende Gesellschaft reden wir ja nun echt viel drüber und es ist auch so ein bisschen Anlass für das Bürgernetzwerk zu sagen da müssen wir irgendwie auch was gegen tun.
00:05:31: Gleichzeitig habt ihr in eurer Forschung aber auch so ein Widerspruch oder eine Ambivalenz aufgezeichnet.
00:05:36: Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Deutschen auf einem falschen Weg und fast genau die gleiche Prozentzahl, also alles um die Achtzig Prozent sind eigentlich froh hier zu leben.
00:05:48: Also wenn du das jetzt mal alles zusammen nimmst was sagst?
00:05:51: Oder dann jemanden der dich fragt Sind wir nur eine gespaltene Gesellschaft oder nicht?
00:05:58: Sehr gute Frage, die uns natürlich tagtäglich beschäftigt.
00:06:01: Wir sprechen immer gerne von gefühlter und wahrgenommener Spaltung.
00:06:06: Und wir sehen auch dass es eigentlich kein Widerspruch ist das über achtzig Prozent der Befragten in Deutschland sagen, dass Deutschland auf einem falschen Weg ist während achtzig prozent sehr froh sind im Land zu leben.
00:06:18: Das ist ein Muster, was wir häufig erkennen in unserer Forschung.
00:06:22: Und zwar Menschen trennen wirklich sehr stark zwischen ihrem emotionalen Verhältnis zum Land das meist positiv und stabil konnotiert ist.
00:06:31: Sie identifizieren sich sehr stark mit Ihrem Nahbereich also Menschen die sie umgeben ihre Familie Nachbarn.
00:06:37: extrem positive Gefühle diesen Menschen gegenüber.
00:06:40: das kennt man vielleicht auch von einem selbst aber in der Bewertung der aktuellen politischen Steuerungen und Richtung wird es dann viel kritischer Und das führt dann eben auch dazu, dass man viele Menschen das Land als Gespalten wahrnehmen und die große Fragestellung haben, wohin soll es eigentlich mit Deutschland gehen.
00:07:02: Aber – und das möchte ich auch noch gerne erwähnen – wir suchen natürlich immer danach, wo gibt's denn der Gemeinsamkeit?
00:07:10: Also was beschäftigt die Menschen?
00:07:12: Wo können wir ansetzen und wieder ins Gespräch gehen um das Gemeinsame und auch den Zusammenhalt zu stärken.
00:07:19: Und wir sehen einfach, dass über siebzig Prozent der Menschen in Deutschland es als extrem wichtig ansehen, über die Zukunft und Zukunftsperspektiven zu sprechen.
00:07:30: Also das heißt, es ist keine Resignation da sondern eigentlich der Wunsch nochmal verstärkt in die Zukunftsgestaltung zu gehen.
00:07:39: Sag mal, aber wenn du das jetzt nochmal so rückkoppelst auch mit dem was du für Erfahrungen bei der Stiftung für Ehrenamt und Engagement gemacht hast.
00:07:47: Hast du denn das Gefühl dass das mehr geworden ist?
00:07:51: Also dass mehr Leute sich engagieren?
00:07:53: oder ist da auch durch diesen dieses vielleicht auch wahrgenommenen Spaltung und Vertrauensmage oder ist es das auch rückläufig?
00:08:00: also wie kannst du da sozusagen Bezüge erkennen?
00:08:05: ja tatsächlich In Deutschland ist es so, dass seit rund Ende der neunziger Jahre Daten erhoben werden zu Engagementquoten in Deutschland und was Schönes hier sehen ist städtige Steigerung.
00:08:17: Also das ist nicht so wie man vielleicht meinen möchte, dass sich weniger Menschen einbringen in die Gesellschaft durch einen Engagement oder einen Ehrenamt sondern es ist relativ stabil.
00:08:26: Was wir allerdings sehen – und hier kommt die Brücke «Tomorrow and Common» – ist die Fragestellung wer engagiert sich?
00:08:32: Fast achtundzwanzig, acht Millionen Menschen in Deutschland die sich in ihrer Freizeit unentgeltlich engagieren.
00:08:42: Das ist ja nicht die Mehrheit aber es ist eine sehr stabile Zahl.
00:08:45: wir sehen das fragen wir beim Morin kommen auch ab dass sich bestimmte Typen in der Gesellschaft stärker einbringen als andere.
00:08:54: Und das ist auch so im Prinzip die Grundlage von More and Come, wie wir auf Gesellschaft blicken.
00:08:59: Also, wie verorten sich Menschen in der Gesellschaft?
00:09:02: Wie stark fühlen sie sich eingebunden?
00:09:05: Wie Stark fühlen Sie sich auch erwünscht in der Gestaltung der Gesellschaft?
00:09:10: und daraus haben wir eben Typologien entwickelt und sehen einfach... Es gibt eine Gruppe, die nennen wir Stabilisatoren.
00:09:17: die sind sehr stark repräsentiert im Engagement.
00:09:20: Und eine große Aufgabe, die sich zivilgesellschaftliche Organisationen gestellt haben und da würde ich auch die Bürgernetzwerke mit dazu zählen ist zu überlegen wie können wir Angebote schaffen um eben denjenigen auch einen Angebot zu machen, die vielleicht noch nicht so stark im Engagement repräzentiert sind damit dort nicht nur diese Perspektiven mit Einfließen können, sondern und das sehen wir in der Engagementforschung ganz stark.
00:09:50: Dass eben auch ein Gefühl der Selbstwirksamkeit nicht nur entsteht, sondern auch wirklich wahrgenommen wird und Eigengestaltung Partizipation möglich wird was einfach essentiell für ein demokratisches Staatswesen ist.
00:10:03: also kurz gefasst kein Rückgang des Engagements aber es engagieren sich sehr stark bestimmte Gruppen den die sehr stark und gut eingebunden sind im demokratischen System, die auch viel Vertrauen haben in unsere Institutionen.
00:10:18: Und die große Aufgabe der Zukunft wird lauten wir schaffen es Angebote zu schaffen für diejenigen, die wir das unsichtbare Drittel nennen
00:10:25: was natürlich auch damit einhergeht wobei mich die Stabilisatoren auch gleich nochmal interessieren würden aber dass sozusagen je mehr Gruppen natürlich auch dazu kommen unsere Konflikt Bereitschaft und Fähigkeit automatisch größer werden muss, weil ich verstehe das schon so dass diese wenn du sagst es ist die menschen die sich engagieren lassen sich doch ziemlich gut vielleicht in einer bestimmten gruppe zuordnen.
00:10:51: Das heißt es ist auch wieder vielleicht irgendwie eine art von blase?
00:10:55: Das wäre zu hart aus meiner Sicht.
00:10:59: Der letzte Engagementbericht der Bundesregierung hat sich damit beschäftigt, was denn Hürden und Schwellen sind im Engagement.
00:11:07: Und wir sehen seit Jahren beispielsweise fragt man sich ist in Ost- und West die Engagementquote unterschiedlich?
00:11:14: Nein sie hat sich angeglichen Sie es eigentlich fast identisch zwischen Männern und Frauen ebenso.
00:11:19: Was wir allerdings beispielsweise sehen is das Thema Bildung aber eben auch socioeconomischer Status.
00:11:26: Und hier sehen wir Unterschiede.
00:11:27: oder auch Menschen mit Migrationsbiografien, also je länger jemand im Land lebt desto stärker engagiert sind die Menschen.
00:11:36: das heißt da gibt es auch ein stärkeres Angebot für Zugehörigkeit und Mitgestaltung.
00:11:42: Das sind Themen, die man transparent auf den Tisch legen muss und wo man sich auch als zivilgesellschaftliche Organisation natürlich fragen muss sind unsere Angebote so attraktiv, dass wir auch diese Menschen erreichen und dass sie auch Lust haben sich zu engagieren.
00:11:55: Dann ist ja auch ein Kraftakt sich in seiner Freizeit also man gibt ja das wertvollste was man hat nämlich seine Zeit sich da eben auch mit einzubringen.
00:12:10: Du hast eben von diesen Stabilisatoren gesprochen.
00:12:14: Also ich finde, also in der Außenwahrnehmung oder in der Wahrnehmungen sind es ja immer die, die wir im Moment wahrnehmen.
00:12:20: Wenn wir auf Gesellschaft blicken, die am lautesten schreien.
00:12:24: Also diese lautesten Ränder das sind die, wie wir wahrnehmen und überschätzen damit vielleicht dann auch manchmal oft sozusagen deren Wirkung oder deren Zahl.
00:12:36: Ihr beschäftigt euch ja viel damit, wer gibt eigentlich die Stabilität?
00:12:40: Und wer ist sozusagen eigentlich, wer sind die lauten Ränder?
00:12:44: Vielleicht kannst du dazu irgendwie nochmal was sagen.
00:12:46: Also wie ihr dieses Verhältnis seht und wie ihr das auch einordnet und was es eigentlich auch bräuchte damit diese Stabilisatoren, damit das vielleicht noch eine größere Sichtbarkeit bekommen könnte
00:13:00: Ja, total gerne.
00:13:01: Da muss ich ein bisschen ausruhen, dass tatsächlich die Grundlage unserer Forschung ist.
00:13:06: Unsere Grundlagenstudie, die andere deutsche Teilung – das war die allererste Studie, der Morin Common veröffentlicht hat – bildet quasi so das Fundament und die Linse wie wir auf Gesellschaft blicken.
00:13:17: Ich darf jetzt schon verraten, dass wir aktuell an einem Update dieser Studie dran sind, die dann im November veröffentlich wird, worüber wir dann auch gerne noch mal sprechen können,
00:13:29: weil
00:13:29: sich ja seit ... im Zeitraum relativ viel verändert hat.
00:13:31: Ich sag nur, Covid-Pandemie, Angriffskrieg auf die Ukraine, Energiekrise
00:13:36: etc.,
00:13:36: das wissen wir alles.
00:13:38: Aber was gleich geblieben ist und was wir jetzt auch in diesem Update tun, ist Wir schauen uns die Gesellschaft an und die Haltung der Menschen anhand ihrer Grundüberzeugung und ihre Selbstverordnung im Kontext der Gesellschaft.
00:13:53: Und wir haben herausgearbeitet, dass die deutsche Gesellschaft aus sechs Typen besteht.
00:13:59: Es geht jetzt hier nicht darum groß der Schubladen aufzumachen sondern tatsächlich eine Linse anzubieten auf Gesellschaft zu blicken und eben auch benennen das immer das was eigentlich bei einem Eisberg unterhalb der Wasseroberfläche liegt, das stärker in den Blick zu nehmen.
00:14:16: Also welche Werte sind da?
00:14:19: Welche Einstellungen treiben die Menschen an?
00:14:22: wie verorten sie sich in der Gesellschaft?
00:14:24: und diese sechs Typen können wir in drei Gruppen gut einteilen Und du hast es schon erwähnt Wir haben die Stabilisatoren.
00:14:32: Das sind Menschen, das machen rund dreißig Prozent der Bevölkerung Die Gut- und stark eingebunden sind im Gemeinwesen Ein sehr hohes Vertrauen haben aktuell noch in unsere demokratischen Institutionen, die sich wertgeschätzt fühlen.
00:14:46: Die häufig auch sehr stark engagiert sind was wir sehen.
00:14:51: und die Stabilisatoren sind nicht unbedingt diejenigen, die besonders laut sind in den Debatten.
00:14:57: Besonders lauten nennen wir die Pole.
00:15:00: Da haben wir zwei Typen in der Gesellschaft identifiziert.
00:15:03: Zum einen die Offenen, wie der Name es schon sagt, extrem offenes Welt- und Menschenbild.
00:15:09: Persönliche Entfaltung ist ihnen sehr wichtig Aber auch soziale Gerechtigkeit.
00:15:13: Und auf der anderen Seite haben wir eine Gruppe von Menschen, die wir die Wütenden nennen, die häufig frustriert sind und aber auch ein starkes nationales Bild haben, was sie gerne durchsetzen wollen.
00:15:24: Das sind diejenigen, die in Debatten häufig wahrnehmen weil sie sehr laut sind und weil sie sich extrem gerne im politischen Diskurs einbringen.
00:15:34: das fragen wir immer ab.
00:15:35: also wie leicht fällt es ihnen auch mit politisch Andersdenkenden in Austausch zu gehen, bei denen Gruppen ist das sehr hoch.
00:15:43: Weil sie sehr überzeugt sind von dem wie Sie Gesellschaft gerne hätten und betrachten.
00:15:51: Und dann haben wir noch dreißig Prozent der Bevölkerung die wir unsichtbare Drittel nennen, bestehend aus zwei Typen den Pragmatischen und auch den Enttäuschen.
00:16:00: Auch hier sind glaube ich die Titel, die sprechen für sich, die Pragmatische schauen sehr stark darauf Wie das eigene Fortschrom vorangeht.
00:16:09: Sie sind sehr stark im Nahbereich, identifizieren sich sehr stark mit ihrem Nahbereich also Nachbarschaft, eigene Stadt Familie Arbeitsplatz Und ihnen ist auch so ein bisschen das Thema Kontrolle wichtiger als Vertrauen, also dass sie die Dinge selbst in der Hand haben.
00:16:25: Wir sehen hier auch viele Menschen mit einer Migration zu Zuwanderungsgeschichte sehr ein sehr junges Segment und auf der anderen Seite, die enttäuschten, dass den Menschen, die sich nicht wertgeschätzt fühlen, die das Gefühl haben Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse zu sein, dass ihre Meinung nicht so stark zählt Sie wenden sich nicht komplett vom politischen System ab aber sind auf dem Rückzug um das es natürlich gefährlich mit dieses unsichtbare Drittel in unseren politischen Debatten, in Angeboten auch von zivilgesellschaftlichen Akteuren nicht gesehen wird.
00:16:56: Weil hier ist eigentlich, könnte man sagen besteht die Gefahr, weil hier sind sehr viele Nichtwählerinnen und Nichtwäler, dass diese Gruppen grad von populistischem Rändern adressiert werden mit einfachen Antworten auf komplexe gesellschaftliche Fragestellungen und deswegen raten wir immer dazu wenn Angebote gemacht werden, auch in der politischen Kommunikation, dass man immer überprüfen sollte.
00:17:23: Sehen wir was die Bedarfe dieses unsichtbaren Drittels sind?
00:17:26: Sind unsere Angebote darauf angepasst?
00:17:28: Das ist eine wichtige Frage dazu zu gucken wie kriegt man Leute sichtbar.
00:17:36: Ich bin gespannt auf die Ergebnisse von der Studie weil ich könnte mir vorstellen Unzufriedenheit, mangelnder Wertschätzung die du jetzt eigentlich dieser stabilen Gruppe zugeschrieben hast mit den vierunddreißig Prozent.
00:17:50: Da bin ich mal gespannt wie sich das entwickelt weil wenn ich jetzt mal so gucke diese die Bürgernetzwerke und alle die sozusagen auch in die Hand nehmen und da engagiert sind.
00:18:02: Die würde ich ja schon zu diesen Stabilisatoren rechnen Aber auch mit einer immer größer werdenden Unzufriedenheit.
00:18:11: Und ich meine, man braucht sich ja vielleicht auch nur selber angucken wie sich das bei einem selber verändert hat.
00:18:16: also Ich würde natürlich von mir behaupten dass ich immer noch ein sehr großes Vertrauen in die politischen Institutionen habe Dass ich die Demokratie in der wir leben einfach über alles wertschätze, dass ich irgendwie schon auch oft die guten Seiten natürlich sehe.
00:18:38: Aber ich sehe natürlich auch... Ich bin zunehmend unzufrieden oder unzufritten näher geworden und das finde ich auch noch mal einen interessanten Punkt.
00:18:48: deswegen bin ich da gespannt und ihr habt auch zu diesem Thema Unzufriedener hat.
00:18:51: Habt ihr so schöne Titel von euren Studien?
00:18:55: Da habt ihr eine gemacht, die heißt Gemeinsam im Wartesaal!
00:19:00: ganz spannend, weil sie eben diese Gesellschaft beschreibt die unzufrieden ist und sich aber eigentlich danach sehen dass es nicht mehr so ist.
00:19:06: Also die Veränderungen wollen, die handlungsfähig sein wollen, dieser Warteseil, vielleicht kannst du denen für uns nochmal so ein kleines bisschen beschreiben wie der aussieht.
00:19:19: Auf was warten die Leute da eigentlich genau?
00:19:21: Ich bin also vielleicht noch einen Satz kurz.
00:19:23: ich tue mich ja manchmal so schwer mit diesem Begriff wir müssen die Menschen abholen und diese Assoziation hatte ich auch jetzt gerade bei dem Wartenseil weil irgendwie warten die darauf geholt zu werden oder auf was wartet die das Politik handelt oder dass sie irgendwie ein Impuls... Also auf was warten?
00:19:43: Eine sehr gute Frage.
00:19:43: Ich möchte noch auf einen Punkt eingehen, den du gerade genannt hast als du dich persönlich auch beschrieben hast, dass du eine Person bist die Demokratie wertschätzt und gerne in einer Demokratie leben möchte.
00:19:55: Hier haben wir wirklich was gemeinsam in der Gesellschaft.
00:19:58: weil das fragen wir immer ab wie wichtig ist es für die Menschen in Deutschland im demokratischen System zu leben?
00:20:04: Und hier haben wir über alle Typen hinweg und alle Gruppen hinweg eine Zustimmungsrate von über neunzig Prozent.
00:20:10: Das bedeutet großes Bekenntnis zum demokratischen System.
00:20:16: Der Unterschied liegt darin, wie Demokratie gesehen wird.
00:20:20: also wir fragen beispielsweise auch, Demokratie ist immer dann ein gutes System wenn es allen Menschen gleichermaßen nutzt.
00:20:31: rund fünfzig Prozent stimmen dem zu und auf der anderen Seite sagen Fünfzig Prozent Demokratie das richtige System, auch wenn nicht alle bei allen Entscheidungen profitieren.
00:20:44: Also eben auch dieser Pluralismus.
00:20:46: und hier haben wir... Und das ist das was unsere Forschung ganz stark ausmacht.
00:20:50: Wir versuchen herauszufinden wie bewerten Menschen unterschiedliche Themen in der Gesellschaft.
00:20:59: also großes Bekenntnis zur Demokratie.
00:21:01: Hier ist die Brücke worüber wir sprechen können aber so ein unterschiedlicher Blickwinkel, wann sie gut ist und wenn sie für einen nützlich ist sozusagen.
00:21:12: Und das Thema Wartesaal – ich finde auch, dass es eine sehr schöne Bezeichnung – wir haben im vergangenen Jahr eine Studie erstellt zum Thema wer wir als Deutsche sein möchten.
00:21:27: Da haben wir mal abgefragt.
00:21:30: Ein Begriff, womit wir uns ja auch alle sehr schwer tun.
00:21:32: Ich glaube auch insbesondere in dieser Stabilisatorn-Bubble ist das Thema, worauf sind wir stolz im Land?
00:21:40: Was bedeutet eigentlich Deutsch sein und was wir herausgearbeitet haben?
00:21:46: Die Menschen in Deutschland sind vor allem stolz, wenn Dinge gut funktionieren.
00:21:49: Also infrastructure.
00:21:51: Ja das hört sich jetzt nicht so emotional an aber es ist den Menschen wichtig.
00:21:55: Es ist irgendwie typisch.
00:21:59: Ich finde es auch irgendwie liebenswert muss ich ehrlicherweise sagen.
00:22:03: Also dass die Straßen funktionieren, die die Bahn pünktlich kommt.
00:22:07: Dass die sozialen Sicherungssysteme gut funktionieren.
00:22:10: Die Menschen in Deutschland sind stolz darauf.
00:22:12: das die Wirtschaft Nummer eins ist finde ich auch total spannend ist ein extremer Identifikator.
00:22:18: aber sie sind auch extrem stolz auf das Grundgesetz und auch auf die engagierten Menschen in deutschland und Ich finde es ist total spannend weil man sich das Also ich hätte es mir so nicht herleiten können, aus meinem eigenen erfahren.
00:22:31: Dass das einfach Dinge sind die für die Menschen ein Identifikationsfaktor sind.
00:22:36: und wenn wir jetzt anschauen was die Menschen tagtäglich erleben dann merken wir gerade was so Infrastruktur angeht dass es hier Bemühungen gibt sie zu erneuern aber dass es aktuelle Empfinden natürlichen anderes ist.
00:22:50: Und das ist so ein bisschen auch diese Wartesaal dieses Wartesahlbild.
00:22:55: also Wir haben gefragt Deutschland kann noch viele Dinge besser als manch andere Länder, sehr hohe Zustimmungswerte.
00:23:04: Dann haben wir auf der anderen Ebene gefragt, wir leben aktuell in dem besten Deutschland das es hier gab extrem niedrige Zustimmungswerte.
00:23:13: und da sehen wir da gibt's etwas was noch ausgehandelt werden darf und Menschen wünschen sich selbst wirksam werden zu können und auch selbst mitgestalten zu können.
00:23:24: Das haben ja auch gefragt, also es geht ganz stark um Mitsprache und vor allem auch so eine glaubhafte und programmatische Angebot zur Gestaltung des Landes.
00:23:36: Also aus dieser Unverschiedenheit kann letztendlich auch eine Kraft geschöpft werden.
00:23:40: Darauf wollte ich auch noch hin.
00:23:41: aber ich wollte erstmal nochmal ist da nicht Widerspruch.
00:23:46: Ich finde es total interessant, so dieses Worauf wir stolz sind und was funktioniert und das hat ja aber auch viel damit zu tun angeboten wird und was mir zur Verfügung steht.
00:24:00: Also ich meine, die Bahn steht mir zur verfügung und ich nutze sie Die Autobahn steht mit zur verfigung und ich Nutze Sie das Gesundheitssystem.
00:24:09: also so natürlich sind da auch Menschen involviert dafür sorgen.
00:24:12: aber also Ich finde es hat schon auch ein bisschen Also ich will jetzt nicht total überspitzen Aber so ein bisschen was passives.
00:24:20: deswegen mein ich mit diesem abholen also wie stark auch dieses Gefühl ist, ich kann auch selber und wenn es nur in meinem Umfeld irgendwie ist.
00:24:31: Auch selber was bewirken und du hast ja gerade gesagt oder entsteht... entsteht wirklich aus dieser Unzufriedenheit dann auch eine Ressource, also eine demokratische Ressourse, eine Gestaltungskraft die auch dann konstruktiv ist.
00:24:48: Also wir erleben ja gerade ganz viel – da sagt man vielleicht nicht Gestaltungskraft, vielleicht ist es eher Zerstörungseville aber der aus dieser Unsufriedenkeit entsteht.
00:24:57: was muss passieren damit sozusagen dass auch eine konstruktive Gestaltungskraft wird?
00:25:03: warum sich die Menschen so in diesem Wartesaal fühlen.
00:25:05: Also nicht wirklich aus passiver Bequemlichkeit, sie fühlen sich blockiert weil sie das Gefühl haben dass auch Politik nicht liefert.
00:25:15: ich meine es ist jetzt auch viel im Diskurs nur dieser Politik als Pizza Service.
00:25:20: darum alleine geht es nicht.
00:25:21: Es geht auch ein bisschen um das eigene Umachtsgefühl und dann verstärkt sich das gegenseitig Und dann kommt so dieses gefühltes Oh Gott hier geht gar nichts voran Hier geht gar nichts voran, weil auch das Zukunftsbild nicht gut kommuniziert und gezeichnet wird.
00:25:36: Also warum?
00:25:37: Ich meine wir haben wahnsinnig viele Milliarden Schulden nun aufgenommen damit wir in die Zukunft investieren aber es kommt nicht gut Es kommt nicht richtig bei den Menschen an.
00:25:48: also dieses Ohnmachtsgefühl bleibt.
00:25:51: Das heißt Politik handelt da irgendwie gefühlt bei den menschen nicht so sichtbar und beständig dass das quasi eine Wirksamkeitserfahrung entfaltet.
00:26:00: Und wichtig ist vor allem, dass Menschen politisches Handeln auch als ihres empfinden.
00:26:08: Also wenn es abstrakt weit weg ist... Wir hatten ja vorher dieses Thema im Nahbereich.
00:26:13: so in den Emotionen haben die Menschen ein hohes Vertrauen und sobald so systemisch strukturell wird entfernt das sich und deshalb viel damit zu tun habe ich ownership dafür.
00:26:25: Das ist ein bisschen wie eine Arbeitswelt kennst du ja auch ganz gut.
00:26:29: Und was es braucht, um diese Unzufriedenheit in Geschadstaltungskraft zu übersetzen wäre unser Vorschlag.
00:26:36: Dass man ehrlich ist und sagt dass man auch aufzeigt das man in der eigenen Unzufredenheit nicht alleine ist.
00:26:43: jeder und jede die mal auf einer Demonstration war merkt oh wow ich bin mit meinem politischen Anliegen gar nicht alleine sondern wir sind echt viele.
00:26:50: und dieses Gefühl unsere sind Menschen gestrickt in der Gruppe zu sein und aus einer Unzufriedenheit auch ein Ziel zu formulieren, das kann quasi in einen Vorwärtsgehen umgemünzt werden.
00:27:02: Das haben wir bestätigt alle schon häufiger mal erlebt.
00:27:07: also dass im Prinzip dieser individuelle Frust in den kollektive Handlungsbereitschaft übergeht.
00:27:12: Zweitens
00:27:13: darf ich da ganz kurz unterbrechen ja weil ich frage mich die aber diese dieses Gemeinsamkeitsgefühl sich nicht allein zu fühlen.
00:27:26: Ich nehme schon war, also auch Stichwort Konfliktfähigkeit da kritisch wird wo ich merke okay wir stehen hier vielleicht und demonstrieren für eine Sache aber ich sehe das so und du siehst es also dass diese Frage von Kompromissfähigkeit entweder So wie ich das sehe und dann so ist es richtig.
00:27:48: Und das andere ist dann nicht mehr richtig, also ich finde dieses schnelle in Schubladen zu stecken wer wohin gehört?
00:27:58: Es nehme ich als aus den öffentlichen Debatten doch als dass es stärker geworden war.
00:28:06: Also das heißt auch die Frage sozusagen wer bringt eigentlich Menschen dazu sozusagen darüber auch ins Gespräch zu kommen, nicht nur Positionen zu beziehen.
00:28:19: Da
00:28:19: beschreibst du eigentlich total gut was wir sehen mit dieser Gruppe der Pole die sehr stark die Debatten binär führen.
00:28:27: aber wenn wir jetzt noch mal zurückgehen in dieses Bild der Demonstration da gibt es eine Gemeinsamkeit.
00:28:32: Die Menschen stehen zusammen auf diese Demonstation weil sie ein gemeinsames Thema haben dass sie unterschiedlich darauf blicken und vielleicht auch unterschiedliche Lösungswege suchen, das ist Urdemokratie.
00:28:45: Das heißt ja nicht umsonst streitbare Demokratie!
00:28:49: Ich hoffe dass wir nicht verlernt haben auch sachlich zu streiten.
00:28:53: also schwierig wird es dann immer wenn man sich persönlich emotional in seinen Werten angegriffen fühlt und daraus entsteht extrem viel Unzufriedenheit.
00:29:03: Also wenn Wenn wir verlernen, das Gespräch zu führen und auch den Streit und noch auszuhandeln.
00:29:10: Und zu ringen um den besten Kompromiss sagen wir es mal – das ist ja Demokratie auch!
00:29:17: Wenn diese Brücken abbrechen dann bekommt die Demokratierisse.
00:29:21: Menschen hören auf miteinander zu sprechen wenn sie sich in ihren Werten angegriffen fühlen.
00:29:30: Deswegen ist es für uns wirklich wichtig aufzuzeigen, wo gibt's eine Basis?
00:29:34: Wo man sich einig ist und wo man ne Brücke bilden kann um über diese unterschiedlichen Perspektiven zu sprechen.
00:29:42: Also Dinge die ganz stark in Volksparteien eigentlich stattfinden sollten.
00:29:48: eigentlich auch in diesen über sixhundert fünfzigtausend gemeinnützigen Organisationen hauptsächlich Vereinen tagtäglich stattfinden, wenn du mal in einem Verein engagiert warst und es geht darum ein Projekt zusammen auf die Beine zu stellen.
00:30:02: Da gibt's auch unterschiedliche Ideen und Haltungen wie man das denn jetzt wuppt oder eben nicht?
00:30:08: Und da lernt man das eigentlich.
00:30:09: aber man hat ein gemeinsames Ziel dass ist die gemeinsame Basis und dann müssen wir eigentlich wieder hinkommen.
00:30:17: Das heißt, was wünschen sich Menschen eigentlich?
00:30:20: Ihr habt ja auch festgestellt, dass ganz viele also über achtzig Prozent glaube ich auch sich politische Mitsprache wünscht.
00:30:27: Das ist ja... Also fand ich eine krasse Zahl!
00:30:31: Also hätte ich jetzt gar nicht so gedacht.
00:30:33: aber was verstehen eigentlich Menschen unter Mitsprach?
00:30:36: Habt ihr da auch noch mal tiefer gebohrt?
00:30:39: Was wünsht ihr euch konkret wenn ihr von Mitsprachen sprecht?
00:30:42: Tatsächlich sagen, sagt ein Großteil unserer Befragten, dass das ein zentraler Bestandteil von Demokratie ist mit Sprache.
00:30:49: Dass sich Bürgerinnen und Bürger aktiv einbinden.
00:30:52: aber gleichzeitig – und das haben wir auch abgefragt – sind es nur vierzehn Prozent die gelegentlich Politikerinnen und Politiker kontaktieren?
00:31:01: Und auch nur acht Prozent die beispielsweise in politischen Bürgerinitiativen aktiv sind?
00:31:06: Das ist jetzt nicht so viel für die meisten Menschen.
00:31:08: aus.
00:31:09: Aus dem, was wir jetzt herausgefunden haben heißt Mitsprache nicht in erster Linie quasi einem Gremium zu sitzen oder eine Stellungnahme zu verfassen sondern eher etwas grundlegenderes nämlich gesehen und gehört zu werden wenn über die eigenen Belange entschieden wird.
00:31:25: Und da geht es dann im Prinzip darum wie kann Wie kann das gelingen?
00:31:31: Also, wenn wirklich im unsichtbaren Drittel die meisten Menschen sagen wir fühlen uns als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse.
00:31:37: Und unsere Anliegen werden nicht gesehen sie werden in Medien nicht nicht adressiert Politik kümmert sich nicht darum.
00:31:45: Dann ist das finde ich schon Alarmsignal und das heißt dass man hier auch noch mal stärker hinschauen muss zu überlegen, wie kann man diese Perspektiven in den Prozess mit einbringen?
00:31:59: Also dass die Menschen merken.
00:32:00: Das muss ja nicht sofort eine Lösung sein aber das es überhaupt gesehen wird und aufgenommen wird also wie wir da hinkommen.
00:32:07: Da spielen aus meiner Sicht nicht nur parteipolitisch die Parteien eine riesengroße Rolle sondern tatsächlich auch Organisationen nochmal auf die Bürgernetzwerke zurückzuführen, die solche Formate anbieten solche Beteiligungsformate, aber eben nicht so Placebo-Beteiligung.
00:32:27: Sondern mit Resultaten und auch wirklich dem Aufgreifen der Themen der Menschen?
00:32:35: Ich denke gerade ein bisschen darüber nach, weil du auch grad sagtest in der Politik repräsentiert werden also letzten Endes... Also ich denke jetzt irgendwie auch laut!
00:32:45: Ist ja die AfD letzten Enden Sprachrohr geworden oder ein Wutrohr für genau die, die eben das Gefühl haben ihre Belange also das Gefühl habe ihre Belangen werden nicht gesehen oder gehört.
00:33:05: Das ist ja schon schwierig weil da ist sozusagen dann eine Form von politischer Repräsentation.
00:33:14: aber alle nehmen sozusagen dieses Wutrohr sozusagen nutzen, im Kauf damit rechtsextreme und antidemokratische Kräfte auch zu unterstützen.
00:33:32: Und ich meine das ist ja die Frage nach der alle suchen oder die Antwort nach der Alle Suchen nicht die Frage sondern die Antwort was können die anderen Parteien dem sozusagen auch entgegensetzen?
00:33:44: Weil im Moment scheint es so egal was die anderen Parteien machen, es nützt ihn nichts.
00:33:50: Und egal, was die andere Parteien macht ist nützter AfD.
00:33:53: also das ist ja schon auch ein Widerspruch irgendwo der da drin liegt.
00:33:58: Ja, ja riesengroßes Thema und die eine Antwort haben wir natürlich auch nicht.
00:34:04: aber wie wir darauf blicken
00:34:09: Es hat ja ganz viel mit der Frage und damit habt ihr euch schon sehr intensiv beschäftigt, auch mit der frage von Gerechtigkeit zu tun.
00:34:15: Weil ihr sagt ja das ist ein glaube ich ganz zentrales Thema also dieser Wut und diesen Gefühl von Ungerechtigkeit und ihr sagt einerseits eint uns als Gesellschaft schon dieses Uns ist Gerechtigkeit wichtig, aber wer was unter Gericht versteht das dann hat wieder irgendwie da gibt es eine sehr große Bandbreite und genau daran liegt ja die Explosivität.
00:34:42: Absolut also was wir sehen ist wenn sich Parteien nur an der AfD abarbeiten verlieren sie ihr eigenes Profil.
00:34:50: Was Menschen sich wünschen oder sind auch die Zustellungswerte bei über achtzig Prozent?
00:34:55: Ist ein Zukunftsbild um Zukunftshandeln Und zwar auch das Adressieren der Themen, die den Menschen wichtig sind.
00:35:04: Wir fragen seit Jahren ab in was für einem Deutschland beschreiben Sie in Worten, in was so ein Deutschland sie leben wollen?
00:35:12: Ein demokratisches sicheres und gerechtes Deutschland?
00:35:16: Wie wäre es die Einladung wenn Parteien, so wie wir das vielleicht von früher kennen genau diese Themen adressieren mit ihrer Programmatik und nicht in einem gegen eine AfD.
00:35:35: Also wirklich ein konstruktives, ein mit Ecken- und Kantenkonstruktives Zukunftsprogramm aufstellen das aber nicht nur in Luftschlössern bleibt sondern wo die Menschen merken da sind wirklich die Themen drin die mich alltäglich beschäftigen wo ich mir Sorgen mache, dass sich die Dinge in Zukunft verschlechtern.
00:35:58: Wo die Menschen auch durchaus bereit sind... Also man muss auch die Menschen ernst nehmen!
00:36:01: Die sind ja nicht doof.
00:36:04: Den Menschen ist auch durchaus klar, dass es Herausforderungen und Probleme gibt.
00:36:08: Dass es auch vieles gibt exogene Schocks, wofür wir alle nichts können.
00:36:12: aber ehrlich zu kommunizieren und zu sagen um in der Zukunft voll dieses um jenes umzusetzen oder auch zu bewahren.
00:36:22: Es gibt auch so einen starken Bewahrungsdrang in der deutschen Gesellschaft, müssen wir folgende Schritte gehen die jetzt schmerzhaft sein können aber dann glaubwürdig dazu legen was das Ergebnis davon ist.
00:36:37: also nichts irgendwas versprechen was nicht eingehalten werden kann da reagieren die menschen sehr allergisch sondern einfach sehr ehrlich die Zukunftspläne darzulegen.
00:36:50: Das ist ganz wichtig.
00:36:51: und wie gesagt, die Themen – das hat ja die Vielfalt unserer Parteienlandschaft!
00:36:57: Sie haben ja ihren Kern, dass nochmal wieder stärker untereinander unterschiedbarer dazulegen für den Menschen, damit sie Orientierung haben.
00:37:09: Aktuell ist es einfach nur so ein Grundgefühl was man so hat.
00:37:14: So bis jetzt geht's nicht mehr weiter Aber da sind viel, viel mehr Nuancen dazwischen.
00:37:19: Und wieder diese Orson zu stärken und sich eben nicht nur an einer politischen Richtung abzuarbeiten sondern sozusagen mit uns.
00:37:29: schauen wir mal nach Großbritannien was da gerade los ist.
00:37:32: Labour ist auch einmal wieder auf Platz eins.
00:37:35: Wahnsinn weil da einfach ein Zukunftsbild da ist und nicht einen Abarbeiten an den anderen.
00:37:41: Würdest du sagen dass es uns denn schwerfällt darüber zu diskutieren, wie wir als Gesellschaft sein wollen und was bräuchte es?
00:37:52: Also fällt es uns schwer, wirklich schwer darüber zu reden.
00:37:55: oder gibt es nicht genug Räume in denen das stattfindet.
00:38:00: Oder auch Ängste weshalb diese Frage vielleicht so nicht gestellt wird weil ich manchmal auch den Eindruck politisch ist viel Angst vor ehrlicher Auseinandersetzung oder vor, ich meine gut die unsere Politikerinnen und Politiker stehen auch irgendwie in regelmäßigen Abständen auf irgendwelchen Wochen merken.
00:38:25: Die kriegen schon echt die volle Breitseite ab.
00:38:27: also das darf man finde ich auch immer nicht unterschätzen.
00:38:30: Also man kann ja den unseren Politikern-Politikern viel vorwerfen aber dass sie irgendwie nicht auf hier arbeiten würden Das Volkes Stimme sozusagen stellen würden, also das kann man in den Wahrlichen nicht vorwerfen.
00:38:46: Aber warum fällt es uns so schwer ein gemeinsames Bild zu entwickeln?
00:38:49: Also dass auch nicht zu eng ist.
00:38:53: Dass das irgendwie breit genug ist damit alle sich da irgendwo wiederfinden aber eng genug um eine Gemeinsamkeit zu erzeugen.
00:39:02: Ich möchte auf jeden Fall zustimmen, dass Politikerinnen und Politiker einen wahnsinnigen Job machen.
00:39:07: Das weiß ich aus vielen Jahren bei der Bundesstiftung.
00:39:12: Das darf man natürlich auch nicht vergessen und wir sprechen manchmal so gerne von einem Kooperationsdilemma, den Finger nur auf eine Gruppe zeigen reicht nicht aus.
00:39:21: also es ist ja ne gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ich finde es auch richtig schön in deiner Fragestellung wie schaffen wir jetzt eigentlich wirklich diese Pluralität zu leben die eine Demokratie ausmacht?
00:39:30: Also welchen Rahmen brauchen wir?
00:39:32: Und ich fand wirklich unsere Studie zum Thema Identitäten und wir möchten ja als Deutsche sein total spannend, weil es wirklich für viele Menschen schwierig ist.
00:39:47: darüber zu sprechen.
00:39:48: Und ich kann das auch verstehen, einfach aus einer guten historischen Vorsicht heraus – also die Erfahrungen, die das Land im Nationalsozialismus gemacht hat, die Teilung des Themas Stolz und Identität als Begriffe in Deutschland sind extrem unbequeme Wörter.
00:40:02: Die werden als unbeinquembar genommen.
00:40:04: Ganz anders als in Frankreich oder den USA.
00:40:06: Da wird da viel lockerer darüber gesprochen.
00:40:09: Deswegen meiden auch viele demokratische Akteure diese Debatte aus unserer Sicht Und dadurch wird im Prinzip das Feld zu diesem Thema eigentlich illiberalen Kräften überlassen.
00:40:22: Dann wird eine Geschichte erzählt, die quasi so eine ausschließende Erzählung ist und keine Plurale.
00:40:29: Von daher da noch mal stärker reinzugehen, womit identifizieren wir uns?
00:40:34: – ich habe es gesagt, das sind eher Systeme und Strukturen.
00:40:37: Also nicht.
00:40:38: mein Kollege sagt immer, ich liebe dieses Bild.
00:40:40: Stell dir vor ein Italiener steht vom Kolosseum und du fragst ihn worauf bist du stolz im Land?
00:40:46: auf die gute Sozialversicherung?
00:40:49: Das sind nicht nur ganz schönes Bild aber es ist ja in Ordnung.
00:40:54: also wir identifizieren uns einfach in diesem Land viel stärker damit dass die Dinge gut funktionieren das wir gut von unserer Arbeit leben können, dass wir uns verlassen können Und dass wir aber auch Vorbilder sind.
00:41:08: Darauf sind die Menschen stolz, dass Deutschland zum Beispiel in der Welt eine wichtige Rolle spielt.
00:41:15: Aber eben nicht nur rein selbstlos sondern das Deutschland davon profitiert.
00:41:19: und da gibt es schon viele Themen wo man ansetzen könnte und davor muss man glaube ich gar keine Angst
00:41:25: haben.
00:41:25: Und dass es sozusagen diese Rolle hat weil alle daran
00:41:28: mitwirken.
00:41:38: Wir neigen uns schon ein bisschen dem Ende.
00:41:39: Aber einen Punkt würde ich gerne noch mit dir ansprechen, weil mich das auch besonders berührt hat.
00:41:46: Also ihr habt eine Studie gemacht die heißt Menschsein und die zeigt dass fast so fast hundert Prozent wünschen sich... Das hast du ja auch schon mehrfach angesprochen.
00:42:00: Wünschte sich in Leben, in Frieden und Sicherheit.
00:42:04: Viele machen sich Sorgen um ein gutes, sicheres Leben.
00:42:08: Und jeder sollte eigentlich so und jede sollte so leben können wie er oder sie möchte solange andernicht dadurch geschadet wird.
00:42:15: das sagen auch ganz viele.
00:42:16: aber ihr hebt auch bei der Studie im Kern auf was wirklich so eine was basic mäßiges ab dass wir alle verletzlich sind.
00:42:27: Verletzlichkeit ist ja jetzt kein Begriff den man so oft in der Forschung auch findet.
00:42:32: Und mich hat das einfach sehr berührt, weil ich finde, dass macht uns ja aus also bei allem lauten und wie wir unsere Meinung verteidigen und in Konflikte gehen.
00:42:45: Im Grunde sind wir halt alle auch sehr verletzlich mit unseren Ängsten, damit wir nicht gesehen werden oder wertgeschätzt werden.
00:42:55: Mich würde interessieren, ihr habt es ja nicht ohne Grund gemacht?
00:43:00: demokratischer Verständigung zu tun.
00:43:02: Was hat das damit zu tun, dass wir uns vielleicht näher kommen können?
00:43:09: Und was setzt es eigentlich voraus?
00:43:11: Es ist ja hoch anspruchsvoll meine eigene Verletzlichkeit zu sehen und dann auch die Verletzlichkeit, die vielleicht in ganz anderen Punkten liegt der Anderen zu sehen.
00:43:20: Ja Das große Thema, was uns ja umtreibt is wie bleiben wir im konstruktiven Gespräch Um Zusammenhalt zu stärken und das auch im Sinne einer streitbaren Demokratie.
00:43:32: Und da ist natürlich diese Studie total wichtig, weil wir also die gefühlte Spaltung, die wir empfinden in der Gesellschaft führt ja dazu dass wir den Kontakt abbrechen vermeintlich nicht mehr ins Gespräch kommen um.
00:43:48: wir sehen dann eben in dieser Forschung zum Thema Menschsein und auch Verletzlichkeit Also von abstrakten politischen Positionen auch die Ebene des einfachen Menschseins wechselt, verschwindet ein Großteil der vermeintlichen Kluft.
00:44:08: Und das ist eine neue Basis um ins Gespräch zu kommen.
00:44:12: Das ist mal ein anderer Ansatz.
00:44:14: und was du auch gesagt hast dass über neunzig Prozent sagen Egal wer wir sehen, egal welche Religion wir haben.
00:44:22: Welche überzeugenden Kulturen besitzen alle im gemeinsamen und selben Boot?
00:44:26: Wir haben das im Übrigen in der Coronazeit schon erhoben und gesehen gerade zu Beginn der Corona-Pandemie da gab es so ein ... wir nennen das aber den honeymoon.
00:44:35: Da gab's ein absolutes Verständnis darüber dass wir alle aktuell in der gleichen Situation sind Und dass wir gemeinsam daraus kommen wollen.
00:44:44: Du erinnerst dich an dieses Gefühl, ne?
00:44:47: Total!
00:44:48: anderes Thema.
00:44:50: Da ist auch wirklich viel kaputt gegangen, aber da ist die Gemeinsamkeit da und der Punkt wo wir eben ansetzen können.
00:44:59: Und das ist quasi eine Basis, die so in hitzigen Sachdebatten manchmal außer Acht gelassen wird Auch so attention-economiemäßig, dann auch in der medialen Debatte nicht.
00:45:13: Also da wird halt eher quasi auf das Trennende fokussiert und weniger so auf dieses Gemeinsame Und von daher ist das immer ein guter Ansatz um darüber über solche Themen ins Gespräch zu kommen.
00:45:27: Ich finde das ein total spannender Punkt, über den werde ich auf jeden Fall auch noch weiter ganz intensiv nachdenken.
00:45:34: Weil ich finde es kann so ein Schlüssel sein um zu verstehen warum Menschen in ihrer Weise reagieren, also weil sich letztendlich auch das soll jetzt nicht irgendwie alles zukleistern an schlimmen Dingen.
00:45:54: Also das meine ich jetzt gar nicht aber immer auch zu gucken wo ist eigentlich dieser Mensch verletzlich?
00:45:59: Warum reagiert er so oder was ist eigentlich der Punkt und... Also für mich ist es ein gutes Thema, um weiterzudenken.
00:46:10: Auch in meiner Rolle als Moderatorin wenn ich so an Gespräche denke.
00:46:14: also wo sind eigentlich auch die Verletzlichkeiten?
00:46:17: Um gemeinsam voranzukommen!
00:46:19: Jetzt nicht um irgendwas aufzudecken oder was bloßzustellen sondern wirklich als gemeinsamen Startpunkt vielleicht auch für etwas.
00:46:28: Wenn du das jetzt alles zusammen nimmst und aus deinem Wissen her... aus euren Studien heraus.
00:46:38: Was würdest du denn jetzt den Bürgernetzwerken raten, wie Bürgerbeteiligung auch erfolgreich sein kann?
00:46:48: Wie das gut funktionieren kann und vielleicht ein stärkerer Pfeiler unserer Gesellschaft kann sich ganz konkret in den Kommunen zu konkreten Themen auseinanderzusetzen.
00:47:03: Was würdest du jetzt auch so vielleicht noch als Rat mitgeben?
00:47:07: Mh.
00:47:08: Vielleicht noch ein Datenpunkt, den ich zu dem Thema habe ist, dass siebenundvierzig Prozent der Menschen in Deutschland sagen, das es in Zukunft wichtig ist, das wir trotz unterschiedlicher Ansichten zusammenhalten.
00:47:20: Also das ist doch schon mal positiv und nur eine Minderheit sagt, dass die anderen erst einsehen müssen, dass Sie falsch liegen.
00:47:28: Das heißt, die Base für Discourse-Kompromissfindung ist da aber ... Der Trick liegt glaube ich in der Reihenfolge Und zwar geht es eigentlich erstmal darum, diese gemeinsame menschliche Basis anzuerkennen.
00:47:41: Also wirklich auch Menschenzentrieren zu arbeiten also beispielsweise Sicherheit würde um gute Absichten im anderen Menschen zu sehen und dann hart in die Sache zu gehen auch gerne zu streiten und nicht umgekehrt.
00:47:54: Also nicht erst die Tür schließen dann versuchen, den anderen Menschen zu sehen.
00:47:59: Sondern das vielleicht erst mal als Basis.
00:48:01: und was eure Arbeit angeht würde ich mir total wünschen dass ihr einen guten Weg findet auch Menschen die wir das unsichtbare Drittel nennen ihnen gute Angebote zu machen damit eben auch beteiligen können.
00:48:20: Da gibt es ja alles von losverfahren und so weiter, da seid ihr die Profis und wisst auch wie das gut gelingen kann.
00:48:28: Ich glaube, es braucht tatsächlich auch Ressourcen dafür, seien wir mal ehrlich weil solche Beteiligungsprozesse gut zu organisieren passiert nicht ohne.
00:48:39: Von daher wünsche ich euch dass ihr gute politische Rahmenbedingungen habt für eure Arbeit weniger Bürokratie vielleicht ein bisschen mehr Förderung Und zum anderen halt eben auch Durchhaltevermögen und dass ihr nicht verliert, wirklich diesen menschenzentrierten Ansatz zu haben.
00:48:56: Es gibt unterschiedliche Perspektiven in der deutschen Gesellschaft.
00:49:02: Wir sollten wieder stärker darauf blicken was wir gemeinsam haben wo die Gemeinsamkeit liegt und die haben wir auch und darauf ansetzen und dann tatsächlich nicht emotional sondern wieder diese sachliche Debatte stärker voranbringen Und dadurch eben auch die Selbstwirksamkeit der Menschen zu stärken.
00:49:22: Ich danke dir sehr und ich wünsche euch, dass ihr noch lauter werdet als Morin kommen.
00:49:29: Ich finde eure Forschung einfach total spannend und bereichernd.
00:49:35: Ja, ich danke dir für dieses wirklich tolle Gespräch Katharina!
00:49:40: Ich hoffe, dass wir uns doch bei vielen Gelegenheiten sehen.
00:49:42: Das hoffe ich auch.
00:49:43: Danke Julia.
00:49:44: Macht's gut alles Liebe.
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